GUTEN MORGEN

Gegen Messi verloren | Kanzler-Elf auf Reisen

Gegen Messi verloren. Wie hatte es Österreichs Fußball-Legende Andi Herzog in Conny Bischofbergers großem „Krone“-Interview am Wochenende in Hinblick auf das WM-Spiel unseres Teams gegen Argentinien formuliert? Er hoffe, dass Super-Superstar Lionel Messi mit den drei Toren gegen Algerien im ersten Spiel in der Vorwoche „sein Pulver verschossen hat“. Um gleich zu relativieren, das sei mehr eine Hoffnung, „denn wenn so ein Superstar dermaßen gut in ein Turnier hineinstartet, gibt ihm das eine extreme Lockerheit, der ist dann richtig im Flow.“ Der Flow hat zwar nicht gereicht, um einen Elfmeter gleich kurz nach Spielbeginn zu verwandeln. Aber in der 38. Minute schoss Messi sein Rekordtor und setzte in der Nachspielzeit noch eines nach. Nun ist er jener Spieler, der am meisten WM-Tore aller Zeiten geschossen hat. Es hätte nicht gerade gegen Österreich passieren müssen… So verlor unser Team gegen Argentinien, gegen Messi 0:2. Das darf man! Andi Herzog hatte im „Krone“-Interview schon vorab Trost für den nicht unrealistischen Fall, dass Österreich gegen den Weltmeister keinen Punkt macht, gespendet: „Dann liegt der Fokus voll auf dem Spiel gegen Algerien. Dort müssen wir zumindest ein Unentschieden holen, damit wir in die Runde der letzten 32 kommen.“ Na, dann schlagen wir da eben zu!

Kanzler-Elf auf Reisen. Jaja, wir sind wer in der Welt. Nein, da ist jetzt gar nicht der Fußball gemeint, der uns international Beachtung verschafft. Hier geht es – Achtung, Ironie! – um die Politik. Sie werden doch nicht umsonst um die Welt fliegen, unsere Regierungsspitzen. Die Außenministerin tummelt sich gerade in China, der Vizekanzler ließ es sich nicht nehmen, unser Nationalteam beim WM-Auftaktmatch in San Francisco – Achtung, Ironie! – zum Sieg zu peitschen. Und zum noch wichtigeren Spiel gegen Argentinien reiste der noch wichtigere Kanzler: Christian Stocker war gestern in Dallas live dabei. Und er musste nicht alleine nach Texas fliegen. Was macht man als Politiker, wenn man um den halben Erdball zu einem Fußballspiel seiner National-Elf jettet? Man reist zu elft! Jaja, wenn die Kanzler-Elf auf Reisen geht, dann kostet das – Achtung, Ironie! – ein bisschen Geld, das ist es aber allemal wert. Handelt es sich doch nicht um eine privat finanzierte Reise. Auch nicht um eine aus Parteigeldern bezahlte, das ginge sich – Ironie! – kaum aus, wurde doch die Erhöhung der Parteienfinanzierung nach medialer Aufregung abgeblasen. Wer zahlt also? Jene Österreicherinnen und Österreicher, denen der Finanzminister bekanntlich immer tiefer in die Taschen greift. Aber das wird es uns ja wohl wert sein! Schöne Fotos, schöne Postings des Kanzlers mit der Nationalmannschaft – da kann doch bei den nächsten Wahlen nichts mehr schiefgehen. Achtung, Ironie…

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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