Der Grazer Landhaushof platzte beim Public Viewing der „Krone“ schon Stunden vor dem Anpfiff zwischen Österreich und Argentinien aus allen Nähten. Schwarz und Rot schlossen die Reihen für Rot-Weiß-Rot, auch in Kapfenberg und Hartberg pilgerten jeweils Hunderte zum gemeinsamen WM-Schauen.
Ein Land im Fußballfieber! Ralf Rangnick und seiner Truppe gelang etwas, woran die Politik in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gnadenlos gescheitert ist – Österreich steht zusammen. Ganz egal, ob politisch rechts, links oder irgendwo in der Mitte, die ganze Nation hat sich hinter Marcel Sabitzer, Michi Gregoritsch, Kevin Danso & Co. versammelt. Selbst jene, die eigentlich so gar nichts mit der Jagd nach dem runden Leder anfangen können, drückten am Montag gegen Argentinien die Daumen.
Renaissancebau öffnete sich erstmals für König Fußball
Und eine Premiere gab’s dabei im Landhaushof im Herzen der Grazer Altstadt – erstmals öffnete Landtagspräsident Gerald Deutschmann den prächtigen Renaissancebau für ein Public Viewing, präsentiert von der „Krone“ mit Veranstaltungspartner TIQA. „Wir sind sehr stolz, dass wir hier in den wohl schönsten Innenhof unserer Landeshauptstadt laden dürfen“, lächelte „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann vor dem Ankick.
Als eine der Ersten hatten Gerald und Hannes ihre Plätze mit Blick auf die Leinwand bezogen, natürlich adjustiert mit rotem Österreich-Dress und dazu passender Kopfbedeckung. „Diesmal packen wir es, wir zeigen Messi seine Grenzen auf“, waren sie bei der „maximal dritten“ Runde Gerstensaft überzeugt.
Optimistisch zeigte sich auch Landeshauptmann Mario Kunasek, der mit seinem halben Büro im Landhaushof die Daumen drückte. „Unsere Burschen haben schon bei der EM die Niederlande geschlagen, also warum soll heute nicht auch eine Überraschung gelingen? Und Ralf Rangnick ist einfach ein Genie und Taktikfuchs.“
Der Landeschef konnte neben „Hausherr“ Deutschmann auch mit dem Finanzlandesrat und leidenschaftlichen Fußball-Fan Willibald Ehrenhöfer fachsimpeln. Gemeinsam richtete man allerdings immer wieder bange Blicke gen Himmel. Die angekündigten Unwetter blieben bis zum Schlusspfiff aber aus.
Schwarz-roter Präsidenten-Gipfel
Dem Ruf der „Krone“ in den Landhaushof folgten jedenfalls Hunderte Fußballfans – und auch einige echte Experten. Allen voran natürlich der österreichische Ex-Teamchef und aktuelle Nationaltrainer des Kosovo, Franco Foda. Er freute sich etwa auf ein Wiedersehen mit der ewigen Sturm-Legende Mario Haas, der diesmal als Experte auf der Bühne stand. Dazu gab’s auch einen echten Grazer Fußball-Gipfel: Die schwarze (Sturm) und rote (GAK) Reichshälfte war nämlich jeweils durch ihre Präsidenten Christian Jauk und René Ziesler vertreten.
Wobei die Farben im steirischen Fußball- und auch Politik-Alltag an diesem Abend ausnahmsweise keine Rollen spielten, alle standen hinter Rot-Weiß-Rot. Schon lange vor dem Anpfiff herrschte im Landhaushof echte Stadion-Atmosphäre.
Schnell sein lohnt sich! So auch in Kapfenberg, wo am Montag rund 2000 Fans gemeinsam beim Kracher zwischen Österreich und Argentinien mitgefiebert, den Hauptplatz in ein rot-weiß-rotes Meer verwandelt haben.
Gänsehaut bei der Bundeshymne
Bereits eine Stunde vor dem Ankick waren Sitzplätze nur noch Mangelware, unmittelbar vor Spielstart wurden noch vereinzelt Biertische und -bänke auf freie Fleckerl verteilt. Mit „Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich“ testete die Vorband Grossegger 3 die Stimmung auf dem Gelände. Die Besucher ließen sich nicht lange bitten. Wie auch bei der österreichischen Bundeshymne. Egal ob Frau oder Mann, jung oder alt – alle sorgten für Gänsehaut-Atmosphäre.
„Das wird ein 1:1 – ich glaube, da geht was“, waren sich in der Hochsteiermark zahlreiche Fans einig. Doch die „Krone“ hörte viele Tipps: Von einem 5:2 für Argentinien bis zu einem 3:1 für Österreich war alles dabei. Auf Letzteres setzte auch Hausherr Matthäus Bachernegg. Für den eines noch wichtiger war: „Bei so vielen Fans geht mir das Herz auf! Unglaublich, wenn man sich diese Masse anschaut“, strahlte der Bürgermeister.
Hartberg ist als Sportstadt bekannt – der Fußballklub überrascht seit Jahren, die Volleyballer wurden heuer Staatsmeister. Und am Montag zeigten die Hartberger, dass sie auch weltmeisterlich feiern und anfeuern können! Beim „Krone“-Public-Viewing mitten am Hauptplatz zwängten sich weit mehr als 1500 Fans zwischen, auf und neben die Bierbänke. Und das, obwohl kurz vor Beginn des Events gleich zwei Platzregenschauer die Stadt heimgesucht hatten und sich auch während der Partie immer wieder Unwetterwolken um den Hauptplatz aufbauten.
„Diese paar Tropfen stören uns nicht!“
Beim Blick auf den bummvollen Platz lachte das Herz von Vizebürgermeister Markus Gaugl: „Wir Hartberger sind wetterfest – wenn Österreich spielt, stören uns diese paar Tropfen nicht!“
Großen Applaus gab’s, als Hartberg-Cheftrainer Markus Schopp gleich nach dem Training seiner Kicker zum Public Viewing kam, bei der Hymne gleich die Menge zum Aufstehen animierte!
Während der Cheftrainer das ein oder andere Selfie machte, ging auf dem Hauptplatz wieder ein Schauer nieder. Aber kein Problem – „Krone“-Hut oder -Kapperl auf und weiterschauen. Weltmeisterlich!
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