3 Tote nach Anschlag

Schütze von Montreal schrieb Manifest gegen Frauen

Ausland
23.06.2026 07:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die kanadische Metropole Montreal ist von einem blutigen Zwischenfall erschüttert worden. Bei einem Schusswechsel eines bewaffneten Mannes mit der Polizei kamen ein Polizist, ein Passant und der Angreifer selbst ums Leben. Eine Polizeibeamtin wurde lebensgefährlich verletzt.

Der Angriff im Viertel Cote-des-Neiges sorgte für Entsetzen in Kanada, wo derartige Gewalttaten selten sind. Es sei ein „Albtraum“, dessen Hintergründe noch offen seien. Ein terroristisches Motiv schlossen die Ermittler aus.

Die Polizei erklärte, sie sei telefonisch von einem Zeugen alarmiert worden. Die Beamten seien bei ihrer Ankunft am Tatort unter Beschuss geraten, schilderte der Polizeisprecher. Daraufhin rückten gepanzerte Fahrzeuge und schwer bewaffnete Einheiten der Polizei an. Bilder in den Onlinenetzwerken zeigten einen Verdächtigen in militärischer Kleidung mit einem Gewehr, der auf dem Boden liegt.

Ein Großaufgebot der Polizei sicherte das Areal ab und durchkämmte zahlreiche Gebäude nach ...
Ein Großaufgebot der Polizei sicherte das Areal ab und durchkämmte zahlreiche Gebäude nach weiteren Verdächtigen.(Bild: APA/Christopher Katsarov/The Canadian Press via AP)

In den sozialen Medien verbreiteten sich die blutigen Augenzeugenvideos von dem Polizeieinsatz in Windeseile. Die Urheber der Videos sind selbst schockiert beim Anblick der Szenen. In den Aufnahmen hört man immer wieder Rufe wie „Oh, mein Gott“, „Was zum Teufel“ oder „Ich glaube, der Cop ist tot“.

Täter soll Incel-Bewegung angehört haben
Der Zwischenfall ereignete sich im jüdisch geprägten Viertel Côte-des-Neiges. Medienberichten zufolge soll der Täter Anhänger der frauenfeindlichen Incel-Bewegung gewesen sein. Der Schütze habe ein Manifest hinterlassen, das hasserfüllte Sprache enthielt, die typisch für die sogenannte Incel-Bewegung ist – eine antifeministische Online-Community, die archaische Rollenbilder und frauenfeindliche Narrative propagiert. Eine Bestätigung der Sicherheitsbehörden gab es dafür nicht. Ein Anhänger dieser Bewegung hatte 2018 bei einem Angriff in Toronto elf Menschen getötet – überwiegend Frauen.

Polizeichef: „Das ist eine Tragödie“
„Der Hauptverdächtige ist neutralisiert“, erklärte Polizeichef Fady Dagher knapp zwei Stunden nach den ersten Notrufen. Es besteht laut ihm keine unmittelbare Gefahr mehr für die Bevölkerung. Gleichzeitig kondolierte er den Angehörigen der Todesopfer und erklärte: „Das ist eine Tragödie. Das ist ein Albtraum.“ Der Einsatz ging aber noch weiter. Die Ermittlungen zum Motiv sind natürlich noch im Anfangsstadium. Bei der Tatwaffe dürfte es sich um ein leichtes Militärgewehr, wohl um einen Karabiner, gehandelt haben.

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