Die finale Woche des Grazer Wahlkampfs ist angebrochen. Jetzt entscheidet sich, ob die Stadtparteien ihre Wähler zur Urne bringen. Grund zum Optimismus gibt eine neue Umfrage von Foresight, die eine Wahlbeteiligung von 65 Prozent prognostiziert.
Mit fast 226.000 Personen sind bei der Gemeinderatswahl mehr Grazer wahlberechtigt als je zuvor. Fraglich bleibt jedoch, ob es den Parteien und ihren Spitzenkandidaten gelingen wird, die Menschen zu den Wahlurnen zu bringen. So wurde 2021 mit 54 Prozent nur eine äußerst niedrige Wahlbeteiligung erreicht – 2017 waren es immerhin 57,4 Prozent.
Für die Wahl am Sonntag überbringt die Umfrage von Foresight im Auftrag von „Krone“ und ORF eine gute und eine schlechte Nachricht. Die schlechte zuerst: Weniger als die Hälfte der Befragten verfolgte den Wahlkampf mit Neugier. 56 Prozent gaben an, sich wenig oder gar nicht dafür zu interessieren. Nur 15 Prozent empfanden die Diskussionen der vergangenen Wochen als sehr spannend.
Doch die gute Nachricht folgt sogleich: Fast zwei Drittel der Grazer möchten ganz sicher an der Gemeinderatswahl teilnehmen – 65 Prozent, um genau zu sein. Auch, wenn die Aussage mit Vorbehalt zu betrachten ist, könnte seit 2003 erstmals wieder die 60-Prozent-Marke geknackt werden!
Viele Männer und Pensionisten gehen wählen
Besonders wichtig ist es für die ÖVP, ihre Wählerschaft zu mobilisieren. Nach mehreren Jahrzehnten als stärkste Kraft in Graz lag die Niederlage von Siegfried Nagl 2021 nicht zuletzt an der schlechten Wahlbeteiligung.
Entscheidend ist für alle Parteien die Gruppe der Pensionisten. Stolze 80 Prozent gaben bei der Befragung an, ganz sicher zu wählen, weitere zehn Prozent eher schon. Außerdem interessant: Mit 70 Prozent sind Männer deutlich motivierter, ihre Stimme abzugeben, als Frauen (61 Prozent).
Abgerechnet wird am Sonntag – Österreichs drittes Spiel bei der Fußball-WM und die Formel 1 in Spielberg könnten der Politik noch zum Verhängnis werden ...
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