Die steirische Landeshauptstadt wählt am 28. Juni einen neuen Gemeinderat – so viele Wahlberechtigte wie überhaupt noch nie sind diesmal zum Urnengang berechtigt. Die Favoritenrolle ist jedenfalls klar vergeben.
Das Ergebnis der letzten Gemeinderatswahl 2021 veränderte das Machtgefüge in der Murmetropole grundlegend. Nach knapp 18 Jahren musste der schwarze Siegfried Nagl das Bürgermeisterbüro räumen, statt ihm zog dort Elke Kahr ein – mit Grünen und SPÖ bildete ihre KPÖ fortan die Rathauskoalition.
Und die Amtsinhaberin geht auch als große Favoritin in den anstehenden Urnengang. Als Kommunistin – im Jahr 2026 – in Mitteleuropa. Graz tickte politisch aber schon immer anders. Und so man den Umfragen Glauben schenken will, geht Kahr wieder als Erste über die Ziellinie, einzig die Frage, ob sich neuerlich eine linke Koalition ausgeht, scheint offen.
Für den ordentlichen Ablauf der Wahl sorgen am 28. Juni übrigens nicht weniger als 700 Wahlleiter und -beisitzer in 111 Wahllokalen für 279 Wahlsprengel. Alles unter den Argusaugen von Wolfgang Schwartz und seinem Team vom Wahlreferat. „Zur Sicherheit haben wir auch noch 50 Ersatzleute in petto, falls jemand ausfällt“, ist Schwartz gewappnet.
Exakt 225.892 Menschen (mit Stichtag 17. April muss das 16. Lebensjahr vollendet sein) sind beim Urnengang wahlberechtigt – das sind 2380 Personen mehr als 2021. Das liegt vor allem an der Zahl der EU-Bürger, die bei der Gemeinderatswahl ihre Stimme abgeben dürfen – diese Zahl stieg von 32.390 auf 37.445, während die Zahl der wahlberechtigten österreichischen Staatsbürger um 2675 auf 188.447 zurückging.
Stadt für Ansturm auf Wahlkarten gerüstet
Die Wahllokale sind wieder von 7 bis 16 Uhr geöffnet. Wer da keine Zeit hat, etwa weil er bei der Formel 1 in Spielberg ist, kann per Briefwahl seine Stimme abgeben. Die Wahlkarten werden ab 8. Juni ausgestellt. Man kann bis 26. Juni auch in allen Servicestellen (ausgenommen Tummelplatz) und im Amtshaus seine Wahlkarte beantragen und dann von Montag bis Freitag (7 bis 16 Uhr) auch gleich vor Ort abgeben. „Wir sind heuer für einen eventuellen Ansturm gerüstet, haben 60.000 Wahlkarten geordert“, lächelt Schwartz. 2021 machten etwas mehr als 25.000 Grazer vom Briefwahlrecht Gebrauch.
Migrantenbeirat
Gewählt wird am 28. Juni übrigens auch der Migrantenbeirat. Dazu sind heuer 40.117 Menschen, die keine EU-Staatsbürgerschaft haben, aufgerufen – 2021 waren es noch 29.588. Die Wahlbeteiligung war mit 4,75 Prozent aber äußerst überschaubar. Für Schwartz ist es jedenfalls bereits seine fünfte Gemeinderatswahl, „und bisher war es immer spannend“.
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