Belastung im Job

Jeder Dritte hält nicht bis zur Pension durch

Wirtschaft
23.06.2026 05:00

Wie gesund sind die heimischen Arbeitskräfte? Eine aktuelle Studie zeigt: Zeitdruck, psychische Belastungen und Hitze setzen Beschäftigten zunehmend zu. Viele zweifeln daran, ihren Beruf bis zur Pension ausüben zu können. Welche Forderungen die Gewerkschaft GPA deshalb stellt ...

Zeitdruck, psychische Belastungen und zunehmende Hitze setzen Österreichs Beschäftigten immer stärker zu. Das zeigt eine aktuelle Studie der Gewerkschaft GPA, die im Frühjahr 2026 Arbeitnehmer zu ihrer Situation am Arbeitsplatz befragt hat.

Zwar bewerten knapp 80 Prozent der Beschäftigten ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Gleichzeitig berichtet jedoch mehr als jede dritte befragte Person von einem dauerhaften Gesundheitsproblem. Besonders alarmierend: Mehr als ein Drittel hält es für eher oder sehr unwahrscheinlich, den derzeitigen Job bis zur Pension ausüben zu können. Als wichtigste Voraussetzungen für ein längeres Berufsleben nannten die Betroffenen weniger Arbeitsstunden, längere Erholungsphasen und geringeren Arbeitsdruck, aber auch ein guter Gesundheitszustand spielt dabei eine große Rolle.

Im Job bis zur Pension arbeiten zu können, hängt sehr eng mit dem Gesundheitszustand zusammen.
Im Job bis zur Pension arbeiten zu können, hängt sehr eng mit dem Gesundheitszustand zusammen.(Bild: thodonal - stock.adobe.com)

Die größten Belastungsfaktoren im Arbeitsalltag sind laut der Studie Zeitdruck, psychisch oder emotional belastende Tätigkeiten sowie Hitze. Fast die Hälfte der Beschäftigten gibt an, dass die Arbeitsbelastung in den vergangenen zwei Jahren gestiegen ist. Gleichzeitig sagen 32 Prozent, dass in ihren Betrieben in den vergangenen zwei Jahren keine Maßnahmen zur Reduktion der Belastung gesetzt wurden.

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Im Vergleich zu Deutschland ist Österreich nicht am aktuellen Stand der Medizin: Dort werden mehr Berufskrankheiten und diese schneller anerkannt.

Barbara Teiber, Vorsitzende der Gewerkschaft GPA

GPA-Vorsitzende Teiber sieht daher dringenden Handlungsbedarf der Politik. Sie fordert unter anderem einen Ausbau der betrieblichen Gesundheitsförderung, die Erweiterung der Liste anerkannter Berufskrankheiten um psychische Erkrankungen und beispielsweise Kniearthrose oder das Karpaltunnelsyndrom sowie einen Rechtsanspruch auf Wiedereingliederungsteilzeit. Zudem verweist sie auf die wichtige Rolle von Betriebsräten: In Unternehmen mit Betriebsrat würden deutlich häufiger Maßnahmen zur Gesundheitsförderung angeboten.

Umweltmediziner an der MedUni Wien Hans-Peter Hutter betont zudem die zunehmende Bedeutung von Prävention angesichts steigender Temperaturen und wachsender psychischer Belastungen. Viele Lösungen seien wissenschaftlich bekannt, würden aber noch zu selten umgesetzt. Investitionen in Gesundheitsvorsorge würden sich nicht nur für Beschäftigte, sondern auch für Unternehmen durch geringere Ausfälle und höhere Produktivität auszahlen.

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