Die ganze Stadt schwitzt und stöhnt wegen der Hitze. Auch in den U-Bahnen und Bims kann es unerträglich werden. Sauna oder Abkühlung? In Wiens Öffis liegen bei dieser Tropenhitze oft Welten dazwischen. Doch es wird noch länger dauern, bis es bei den Wiener Linien besser wird.
„Schon drei von vier Fahrten sind klimatisiert, Tendenz steigend“ – damit versuchen die Wiener Linien ihre Fahrgäste in den heißen Monaten bei Laune zu halten. Doch geübte Öffi-Fahrer wissen: eine Fahrt in einer unklimatisierten Bim oder in einem alten Silberpfeil kann sich schnell einmal wie ein Saunagang anfühlen. Am Weg ins Büro eher suboptimal. Für hitzeempfindliche Personen kann das außerdem schnell gefährlich werden.
Jede fünfte Fahrt ist derzeit ein Saunagang
Während die Busflotte bei den Wiener Linien mittlerweile komplett klimatisiert ist, sieht es bei den U-Bahnen und Bims derzeit noch anders aus. In Zahlen ausgedrückt: in 20 Prozent der Fahrzeuge herrscht Schwitz-Alarm. Dort sind nach wie vor zahlreiche ältere Garnituren unterwegs, die ohne Klimaanlage auskommen müssen. Jede fünfte Fahrt wird damit zur schweißtreibenden Geduldsprobe. Doch kollektives Schwitzen gehört in die Sauna oder ins Dampfbad! Doch warum sind noch nicht alle Fahrzeuge klimatisiert – im Jahr 2026?
Am Mittwochvormittag gab Wiener Linien-Geschäftsführerin Gudrun Senk im Betriebsbahnhof Michelbeuern ein „Klima-Update“. „Wir schaffen seit 25 Jahren ausschließlich klimatisierte Fahrzeuge an. Der Anteil soll weiter steigen“, rechtfertigt sich Senk. Noch vor zehn Jahren wären lediglich 40 Prozent aller U-Bahnen und Straßenbahnen klimatisiert gewesen. Doch jetzt heißt es stark sein. Denn: die alten, heißen Silberpfeile werden noch lange nicht ausgemustert. „Wegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der budgetären Situation wird das ein Schritt-für-Schritt-Prozess“, so Senk zur „Krone“. Einfach nachrüsten sei technisch schwierig und sehr aufwendig. Und: nicht nachhaltig und zu teuer.
Bei der U6 sind seit seit dem Jahr 2020 alle Züge klimatisiert. Dafür wurden damals vier Millionen Euro investiert. Auch die sogenannten HKL-Anlagen wurden bei dem Pressetermin näher erklärt. Sie heizen, kühlen oder lüften, je nach Temperatur. Die Anlage in den Fahrzeugen ist immer eingeschaltet, das ganze Jahr. Das Ziel ist laut Wiener Linien eine Abkühlung der Temperatur im Fahrgastraum um circa fünf Grad gegenüber der Außentemperatur. Um es für den Fahrgast „angenehm“ zu machen.
Eiswürfel-Symbol zeigt die nächste kühle Fahrt an
Doch schon bald kann man auf das nächste klimatisierte Fahrzeug warten und sich eine schweißtreibende Fahrt ersparen. Ab Anfang Juli zeigen die Wiener Linien in der WienMobil-App mit einem Eiswürfel-Symbol nämlich an, welche U-Bahn-Züge klimatisiert sind. Direkt bei den Abfahrtszeiten können Fahrgäste erkennen, ob die nächste Garnitur angenehm gekühlt ist oder ob eher Sauna-Feeling droht. Ein Segen an besonders heißen Tagen – und dennoch nur ein schwacher Trost.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.