Weiter schwitzen

Öffis: Vollklimatisierung wird noch ewig dauern

Wien
24.06.2026 14:59

Die ganze Stadt schwitzt und stöhnt wegen der Hitze. Auch in den U-Bahnen und Bims kann es unerträglich werden. Sauna oder Abkühlung? In Wiens Öffis liegen bei dieser Tropenhitze oft Welten dazwischen. Doch es wird noch länger dauern, bis es bei den Wiener Linien besser wird.

„Schon drei von vier Fahrten sind klimatisiert, Tendenz steigend“ – damit versuchen die Wiener Linien ihre Fahrgäste in den heißen Monaten bei Laune zu halten. Doch geübte Öffi-Fahrer wissen: eine Fahrt in einer unklimatisierten Bim oder in einem alten Silberpfeil kann sich schnell einmal wie ein Saunagang anfühlen. Am Weg ins Büro eher suboptimal. Für hitzeempfindliche Personen kann das außerdem schnell gefährlich werden.

Im Sommer ist der alte Silberpfeil eine Sauna auf Schienen.
Im Sommer ist der alte Silberpfeil eine Sauna auf Schienen.(Bild: APA/HANS KLAUS TECHT)

Jede fünfte Fahrt ist derzeit ein Saunagang
Während die Busflotte bei den Wiener Linien mittlerweile komplett klimatisiert ist, sieht es bei den U-Bahnen und Bims derzeit noch anders aus. In Zahlen ausgedrückt: in 20 Prozent der Fahrzeuge herrscht Schwitz-Alarm. Dort sind nach wie vor zahlreiche ältere Garnituren unterwegs, die ohne Klimaanlage auskommen müssen. Jede fünfte Fahrt wird damit zur schweißtreibenden Geduldsprobe. Doch kollektives Schwitzen gehört in die Sauna oder ins Dampfbad! Doch warum sind noch nicht alle Fahrzeuge klimatisiert – im Jahr 2026?

Schweißtreibende Angelegenheit: An Tagen mit Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke steigt in ...
Schweißtreibende Angelegenheit: An Tagen mit Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke steigt in unklimatisierten Straßenbahnen schnell einmal der Frust.(Bild: Martin A. Jöchl)
Wiener Linien-Geschäftsführerin Senk mit Gerhard Siegl, Referatsleiter Fahrzeugbeschaffung und ...
Wiener Linien-Geschäftsführerin Senk mit Gerhard Siegl, Referatsleiter Fahrzeugbeschaffung und Techniker Robert Gradwohl im Betriebsbahnhof Michelbeuern.(Bild: Eva Manhart)

Am Mittwochvormittag gab Wiener Linien-Geschäftsführerin Gudrun Senk im Betriebsbahnhof Michelbeuern ein „Klima-Update“. „Wir schaffen seit 25 Jahren ausschließlich klimatisierte Fahrzeuge an. Der Anteil soll weiter steigen“, rechtfertigt sich Senk. Noch vor zehn Jahren wären lediglich 40 Prozent aller U-Bahnen und Straßenbahnen klimatisiert gewesen. Doch jetzt heißt es stark sein. Denn: die alten, heißen Silberpfeile werden noch lange nicht ausgemustert. „Wegen der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der budgetären Situation wird das ein Schritt-für-Schritt-Prozess“, so Senk zur „Krone“. Einfach nachrüsten sei technisch schwierig und sehr aufwendig. Und: nicht nachhaltig und zu teuer.

Die Anlage zum Heizen, Kühlen und Lüften am Dach einer U6-Garnitur.
Die Anlage zum Heizen, Kühlen und Lüften am Dach einer U6-Garnitur.(Bild: Eva Manhart)

Bei der U6 sind seit seit dem Jahr 2020 alle Züge klimatisiert. Dafür wurden damals vier Millionen Euro investiert. Auch die sogenannten HKL-Anlagen wurden bei dem Pressetermin näher erklärt. Sie heizen, kühlen oder lüften, je nach Temperatur. Die Anlage in den Fahrzeugen ist immer eingeschaltet, das ganze Jahr. Das Ziel ist laut Wiener Linien eine Abkühlung der Temperatur im Fahrgastraum um circa fünf Grad gegenüber der Außentemperatur. Um es für den Fahrgast „angenehm“ zu machen.

25
GRAD CELSIUS
Erst bei Außentemperaturen von über 25 Grad kühlt die Klimaanlage in den Fahrzeugen der Wiener Linien. Zwischen 18 und 25 Grad lüftet sie nur. Unter 18 Grad heizt die Klimaanlage.

Eiswürfel-Symbol zeigt die nächste kühle Fahrt an
Doch schon bald kann man auf das nächste klimatisierte Fahrzeug warten und sich eine schweißtreibende Fahrt ersparen. Ab Anfang Juli zeigen die Wiener Linien in der WienMobil-App mit einem Eiswürfel-Symbol nämlich an, welche U-Bahn-Züge klimatisiert sind. Direkt bei den Abfahrtszeiten können Fahrgäste erkennen, ob die nächste Garnitur angenehm gekühlt ist oder ob eher Sauna-Feeling droht. Ein Segen an besonders heißen Tagen – und dennoch nur ein schwacher Trost.

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