Blaue Flecken, geschwollenes Augenlid, Entzündung – schwere Misshandlungsvorwürfe erhebt eine junge Mutter gegen Kriseneltern der Stadt Wien! Nachdem ihr von der Behörde die erst 14 Monate alte Tochter weggenommen wurde. Die „Krone“ hat die Schockbilder. Und wieder steht mit der MA 11 die Kinder- und Jugendhilfe im Kreuzfeuer der Kritik. Die Behörde erklärt die Verletzungen mit „Spielen und Ausprobieren“.
Das „Krisenmagistrat“ kommt selbst nicht mehr aus der Krise. Während das Heim-Drama rund um den Fenstersturz eines zwölfjährigen betreuten Mädchens nach der Abholung durch einen Sozialmitarbeiter mit Teufelshörnern intern untersucht wird, gibt es schon neue Vorwürfe.
Jung-Mutter von Schwester angeschwärzt
Diese erhebt die junge Mutter Jasmina aus Wien. Hier ihre Geschichte: Nach einem Streit mit ihrer Schwester soll diese sie wegen angeblicher Drogensucht und Vernachlässigung der kleinen Tochter bei der Behörde angeschwärzt haben. Die Kinder- und Jugendhilfe schritt ein und nahm der 26-Jährigen ihre kleine Aurelia weg. Obwohl der Drogentest negativ war.
Nach zwei Wochen Unterbringung bei einer Pflegefamilie der Stadt bekam die junge Mutter ihre 14 Monate alte Tochter zurück – dann der Schock: Auf der „Krone“ zugespielten Bildern sieht man blaue Flecken, Stiche und eine heftige Entzündung im Windelbereich.
Wir werden eine Sachverhaltsdarstellung wegen Kindeswohlgefährdung gegen unbekannt einbringen.

Manfred Arbacher-Stöger, Rechtsanwalt
Bild: Martin A. Jöchl
Anwalt Manfred Arbacher-Stöger will die Justiz einschalten: „Wir werden eine Sachverhaltsdarstellung wegen Kindeswohlgefährdung gegen unbekannt einbringen.“ Kanzleipartnerin Elisabeth Thaler betont: „Die Mandantin wirkt wie eine treu sorgende Mutter.“
Obsorge-Antrag der Behörde plötzlich vom Tisch
Derzeit ist die Wienerin mit dem Mädchen in einem Mutter-Kind-Heim untergebracht. Die MA 11 hatte ursprünglich wegen Gefährdung des Kindeswohls die Obsorge beantragt. Die 26-Jährige sei mit der Erziehung überfordert. Schon der ältere Sohn sei von der Behörde betreut worden.
Jetzt die Kehrtwende, der Antrag ist vom Tisch! „Weil die Mutter mitarbeitet“, wie Sprecherin Ingrid Pöschmann betont. Weil die Mutter aber zum Vater des Kindes nach Niederösterreich ziehen wollte, müsse man die Familie hier vorerst weiter beobachten und engmaschig betreuen.
Die unabhängige Kinderschutzgruppe, bestehend aus Ärzten und Experten, hat die älteren Hämatome und Kratzer Spielen und Ausprobieren zugeordnet.

Ingrid Pöschmann, Sprecherin MA 11
Bild: privat
Verletzungen sollen vom Spielen und Ausprobieren stammen
Und die Vorwürfe der möglichen Misshandlung bzw. Verletzung der Aufsichtspflicht? „Eine unabhängige Kinderschutzgruppe im Krankenhaus hat festgestellt, dass die älteren Hämatome und Kratzer vom Spielen mit Gegenständen und Ausprobieren stammen. Und die Entzündung im Windelbereich von der Hitze.“
Die Ärzte müssten sonst nämlich selbst eine Anzeige erstatten ...
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