Gefährliche Mischung

Italien startet mit massiver Hitzewelle in Sommer

Ausland
22.06.2026 08:56
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Sommer hat kaum begonnen, da rollt bereits eine extreme Hitzewelle über Italien hinweg – und bringt das Thermometer vielerorts in Richtung 40 Grad. Meteorologen sprechen von einer außergewöhnlich stabilen Wetterlage, die in den kommenden Tagen für eine gefährliche Mischung aus Hitze, Trockenheit und kaum Abkühlung sorgen soll.

Nach Angaben von Meteorologen wird Italien derzeit von einer subtropischen Hochdrucklage beeinflusst, die heiße Luftmassen aus Nordafrika ins Land führt. In den nächsten acht bis zehn Tagen werden in weiten Teilen des Landes Höchstwerte von bis zu 40 Grad Celsius erwartet.

Besonders betroffene Regionen
Am stärksten betroffen sind demnach die norditalienische Ebene des Flusses Po, große Teile Mittelitaliens sowie Sardinien. In diesen Regionen liegen die Temperaturen teils bis zu zehn Grad über den für Ende Juni üblichen Durchschnittswerten. Bereits am Wochenende wurden in Teilen Südtirols bis zu 36 Grad gemessen, die Hitze soll laut Prognosen weiter anhalten.

Für mehrere Gebiete wurde ab Montag die Hitzewarnstufe „rot“ ausgegeben. Nur in den Alpen sowie entlang des Apennins sind laut Prognosen vereinzelt kurze Gewitter möglich, die jedoch kaum für nachhaltige Abkühlung sorgen dürften.

Meteorologen warnen vor „extremer Hitze“
Der Meteorologe Federico Brescia vom Wetterdienst „il Meteo“ spricht von einer „extremen und ungewöhnlichen Hitze“ im gesamten Land. Die aus Nordafrika einströmende warme Luft werde zusätzlich durch absinkende Luftmassen verstärkt, was die Temperaturen weiter steigen lasse.

Auch Gesundheitsbehörden warnen vor den Folgen der anhaltenden Hitze und rufen insbesondere ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke dazu auf, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, ausreichend zu trinken und körperliche Anstrengungen in den heißesten Stunden zu reduzieren.

Gesundheitliche Risiken im Fokus
Nach europäischen Schätzungen wurden im vergangenen Jahr mehr als 16.000 Todesfälle in der EU mit extremen Temperaturen in Verbindung gebracht. Besonders betroffen war Italien mit über 4500 hitzebedingten Todesfällen. In Mailand wurden dabei mehr als 1100 Fälle registriert – die höchste Zahl unter europäischen Großstädten. Während einer besonders intensiven Hitzewelle kam es dort innerhalb von nur zehn Tagen zu mehr als 300 zusätzlichen Todesfällen.

Der Hygieniker Fabrizio Pregliasco von der Universität Mailand bezeichnet Hitze als „stillen Killer“, da ihre Auswirkungen oft nicht unmittelbar sichtbar seien. Extreme Temperaturen führten jedoch zu deutlich mehr Krankenhauseinweisungen und gesundheitlichen Komplikationen. Entscheidend seien daher Prävention, gute Information der Bevölkerung und der Schutz besonders gefährdeter Gruppen.

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