Ein Ausspruch inklusive vielsagender Geste von Herbert Kickl am 1. Mai hat Nachwirkungen im oö. Landtag. Weil sich der FPÖ-Chef dabei indirekt die „gesunde Watschn“ in der Schule zurückwünschte, beantragte die SPÖ eine Kampagne zu gewaltfreier Erziehung. Auch die ÖVP kritisiert ihren blauen Koalitionspartner scharf.
„Wenn sie (die Schüler, Anm.) nicht gespurt haben, dann hat ein Lehrer, der noch eine Respektsperson gewesen ist, ein bisserl nachgeholfen – und das hat niemandem geschadet.“ Herbert Kickl träumte bei seiner Rede am Urfahranermarkt am 1. Mai von der „guten alten Zeit“ und löste mit seinem Sager inklusive einer Handbewegung, die offenbar eine Ohrfeige andeuten sollte, Empörung aus.
Dass der FPÖ-Chef körperliche Gewalt gegen Kinder laut SPÖ „nostalgisch verklärt und damit verharmlost“, wird nun auch im oberösterreichischen Landtag zum Thema. Die Genossen haben zuletzt einen Antrag eingebracht, der die Landesregierung zur Durchführung einer landesweiten Kampagne zu gewaltfreier Erziehung verpflichten soll. Diese Woche wird der Antrag im zuständigen Ausschuss behandelt.
ÖVP findet Kickl-Aussage zum „Fremdschämen“
SPÖ-Klubchefin Sabine Engleitner-Neu darf durchaus optimistisch sein, dass sich dafür eine Mehrheit findet. Denn: Auch der Koalitionspartner der Blauen in OÖ, die ÖVP, verurteilt Kickls „Watschn“-Schwärmerei. Die Abgeordnete Regina Aspalter, selbst Mutter und Pädagogin, sagte zuletzt im Landtag in Richtung FPÖ-Fraktion: „Wir als christlich-soziale Partei finden diese Aussage zum Fremdschämen. Grenzen setzen darf nicht mit Gewalt vermischt werden.“ Sie erhielt dafür parteiübergreifenden Applaus – nur nicht von der FPÖ.
„Wenn ein Spitzenpolitiker bei einer Großveranstaltung in Oberösterreich Ohrfeigen als pädagogisches Mittel von früher verklärt, dann ist das brandgefährlich“, sagt Engleitner-Neu. Mit der von der SPÖ beantragten Kampagne solle – rund um den Internationalen Tag der Kinderrechte am 20. November – das Bewusstsein „für den Schutz von Kindern vor Gewalt“ gestärkt werden.
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