Keine Annäherung

Rot-blaues Duell um Millionen für den Wohnbau

Oberösterreich
21.06.2026 11:20

Landesrat Martin Winkler gegen LH-Vize Manfred Haimbuchner: Wenn es um das Thema Wohnbau geht, ist weiterhin keine Annäherung der beiden Parteien in Sicht. Denn beide Politiker sehen es als ihren Verdienst an, Geld vom Bund nach Oberösterreich geholt zu haben.

Wohnbaureferent und Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner von der FPÖ und der rote Landesrat Martin Winkler sitzen zwar in derselben Landesregierung, viel spricht aber nicht mehr dafür, dass daraus noch eine Freundschaft wird. Winkler nutzt die Debatte um die Wohnbaumilliarde des Bundes jedenfalls einmal mehr für eine Breitseite gegen die Freiheitlichen. Da ist etwa vom begnadeten Märchenerzähler Haimbuchner die Rede.

In Wien stark gemacht
Aber worum geht’s genau? Winkler sieht es als seinen Verdienst, dass zunächst verloren geglaubte 70 Millionen Euro des Bundes nun doch im Wohnbautopf für Oberösterreich landen. Er habe sich bei seinen Genossen in Wien im Allgemeinen und bei Finanzminister Markus Marterbauer im Speziellen eingesetzt, dass Geld nach Oberösterreich fließt. Ende 2025 gab es rund 20.000 Vormerkungen bei den gemeinnützigen Wohnbauträgern für leistbare Wohnungen.

Martin Winkler (SPÖ) kritisiert den blauen Wohnbaureferenten.
Martin Winkler (SPÖ) kritisiert den blauen Wohnbaureferenten.(Bild: Markus Wenzel)

Kritik von SPÖ an FPÖ
Trotz des Geldregens aus Wien wolle Haimbuchner aber keine zusätzlichen Wohnungen bauen, kritisiert Winkler. Mehr noch: Er wirft dem FPÖ-Politiker sogar Sabotage vor. „Er will einfach nur Bundesgeld abgreifen, um damit Landesgeld zu ersetzen. Er will damit sein eigenes politisches Spielgeld für das Wahljahr 2027 einsammeln. Mir fehlen die Worte“, sagt Landesrat Winkler.

Sichtweise der Blauen
Haimbuchner wiederum, der die „Rettung“ der Millionen für Oberösterreich als seinen eigenen Erfolg verbucht, argumentiert genau in die andere Richtung. Er warnt vor einer Überhitzung des Marktes, sollte das Land den Wohnbau jetzt massiv ankurbeln. Auch die Wohnbauträger würden das so sehen.

Manfred Haimbuchner (FPÖ) warnt vor Überhitzung des Marktes.
Manfred Haimbuchner (FPÖ) warnt vor Überhitzung des Marktes.(Bild: Markus Wenzel)

Keine Annäherung in Sicht
Winkler hält dagegen: Dem Wohnbaureferenten sei es schlicht zu viel Arbeit, sich mit den Bauträgern zusammenzusetzen und Projekte auf den Weg bzw. auf den Markt zu bringen. Bleibt die Erkenntnis: Bis zur Landtagswahl 2027 werden sich die beiden noch öfter begegnen müssen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie danach gemeinsam auf ein Bier gehen, scheint derzeit allerdings überschaubar.

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