35 Grad im Juni, Tropennächte, wie man sie früher nur aus dem Italienurlaub kannte. Was einst Ausnahme war, ist in der Steiermark längst zur Regel geworden. Doch während die Hitze immer extremer wird, wirkt die Debatte darüber erstaunlich lau.
Als Kind waren Tropennächte etwas für den Süden. Für Italien, Kroatien oder Griechenland. Im Urlaub lag man bei offenem Fenster wach und hoffte auf einen kühlen Luftzug. Zu Hause in der Steiermark zog man sich am Abend eine Jacke über.
Aktuell steuert das Land – einmal mehr – auf eine Hitzewelle zu. Bis zu 35 Grad werden erwartet. Die Zahl der Hitzetage mit mehr als 30 Grad hat sich seit den 1950er-Jahren hierzulande verfünffacht. Rund 30 solcher Tage gibt es mittlerweile pro Jahr. Auch Tropennächte werden immer häufiger. Nächte also, in denen die Temperatur nicht unter 20 Grad sinkt – in dicht verbauten Stadtgebieten teilweise nicht einmal unter 25. Vor allem für Ältere, Kranke und Kinder stellt dies eine enorme Belastung dar.
Symptombekämpfung
In der Steiermark wird mittlerweile mehr Strom zum Kühlen als zum Heizen verbraucht, meldete der ORF Freitagfrüh. Allein dieser Gedanke könnte einen ins Schwitzen bringen. Dennoch wird inzwischen häufiger darüber diskutiert, ob man sich eine Klimaanlage anschaffen soll, als darüber, wie verhindert werden könnte, dass die Klimakrise mit all ihren Folgen eingedämmt werden kann. Die Anpassung hat die Veränderung längst überholt.
Und immer öfter entsteht der Eindruck, dass Politik und Gesellschaft insgeheim darauf hoffen, sich irgendwie durchwurschteln zu können: ein neues Kühlgerät für Zuhause und das Büro, ein paar Nebelduschen, ein paar zusätzliche Schattenplätze.
Vielleicht liegt genau darin unser Problem: in der erstaunlichen Fähigkeit des Menschen, sich an beinahe alles zu gewöhnen.
Kommen Sie gut durch diesen Freitag!
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