Raffinerie in Flammen

Ukraine greift Moskau mit fast 200 Drohnen an

Außenpolitik
18.06.2026 08:53
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Ukraine hat in der Nacht auf Donnerstag Moskau mit fast 200 Drohnen angegriffen und dabei eine Raffinerie in Brand geschossen. Laut Sergej Sobjanin, dem Bürgermeister der russischen Hauptstadt, habe die Flugabwehr 180 Drohnen abfangen können, aber „einigen ist es gelungen, die Moskauer Ölverarbeitungsanlage zu erreichen“. Auf Bildern und Videos in Social Media sind riesige Feuerbälle und Flammen zu sehen.

Wie das unabhängige Internetportal „Astra“ berichtet, gibt es mindestens fünf Brandherde in der Raffinerie. Den offiziellen Angaben zufolge wurden auch ein Wohnhaus und ein großer Gartenfachmarkt in Moskau getroffen.

Im Umland sei ebenfalls ein Hochhaus beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region Andrej Worobjow mit. Über Verletzte in Moskau und Umgebung ist bisher nichts bekannt.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte in sozialen Netzwerken die Attacke auf die Raffinerie. Er bezeichnete den Angriff als Teil der ukrainischen „Langstrecken-Sanktionen“. Das sei die gerechte Antwort auf die ständigen russischen Schläge gegen ukrainische Städte und Gemeinden, schrieb er.

Die Ölraffinerie im Südosten Moskaus gehört zu Gazpromneft und ist eine der größten Anlagen in Russland mit einer Verarbeitungskapazität von elf Millionen Tonnen im Jahr. Sie deckt einen bedeutenden Teil der Treibstoffversorgung Moskaus ab.

Flughäfen in Moskau lahmgelegt
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff ist der Flugbetrieb an allen großen Moskauer Flughäfen aus Sicherheitsgründen vorübergehend eingestellt worden. Dies teilt die russische Luftfahrtbehörde mit.

Treibstoff schon jetzt rationiert
Das Militär der Ukraine greift schon seit Monaten russische Treibstoffdepots und Raffinerien erfolgreich an. Zuletzt musste im gesamten Land Sprit an Tankstellen rationiert werden, die ohnehin bereits großen Lieferschwierigkeiten werden sich durch die jüngsten Angriffe weiter verschärfen. Vom Treibstoffmangel schwer betroffen ist auch die Landwirtschaft, es gibt bereits Warnungen, dass man „die Agrarindustrie bald dichtmachen könne“.

Russland feuert ballistische Raketen auf Kiew
Das russische Militär hat in der Nacht auf Donnerstag seinerseits Kiew mit ballistischen Raketen beschossen, teilte der Militärgouverneur der ukrainischen Hauptstadt, Tymur Tkatschenko, mit. In der Innenstadt waren mehrere Explosionen zu hören, konkrete Informationen zu Schäden oder Opfern gibt es noch nicht.

In Angaben der ukrainischen Luftwaffe hieß es lediglich, dass mindestens zwei Raketen in Richtung der Dreimillionenstadt flogen, eine weitere war auf das zentralukrainische Gebiet Poltawa gerichtet.

Das Bild zeigt offenbar den Moment, als eine Drohne einschlug. Die Explosion lässt sogar das ...
Das Bild zeigt offenbar den Moment, als eine Drohne einschlug. Die Explosion lässt sogar das tonnenschwere Dach wegfliegen ...(Bild: OSINT)

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen die von Kremlchef Wladimir Putin befohlene Invasion des Landes. Dabei greift sie in den vergangenen Monaten vermehrt Raffinerien im russischen Hinterland an. Dies soll den angreifenden russischen Truppen die Treibstoffversorgung und Moskau die Kriegsfinanzierung erschweren.

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