Tief in roten Zahlen

AUA streicht Flugverbindung zwischen Wien und Graz

Wirtschaft
04.08.2026 08:10
Porträt von krone.at
Von krone.at

Was „Krone“-Leser schon geahnt haben, ist jetzt fix: Die AUA streicht ihre Flüge zwischen Wien und Graz. Die Fluggesellschaft ist im ersten Halbjahr noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht, darum gibt es diese „hoch defizitäre Verbindung“ ab dem Winterflugplan nicht mehr.

Die im Zuge des Irankrieges stark gestiegenen Kerosinpreise haben die Austrian Airlines (AUA) in der ersten Jahreshälfte 2026 tiefer in die roten Zahlen gedrückt. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug in den ersten sechs Monaten 94 Millionen Euro.

„Krieg hat uns enorm getroffen“
In der ersten Jahreshälfte 2025 hatte die Airline bereits einen Fehlbetrag von 44 Mio. Euro verzeichnet. „Der Irankrieg hat uns durch die teils extrem gestiegenen Kerosinkosten sowie die notwendigen Streckenstreichungen enorm getroffen“, so AUA-Chefin Annette Mann in einer Aussendung. „Höhere Ticketpreise konnten bis Juni nur einen Teil der finanziellen Auswirkungen kompensieren.“

Graz-München bleibt
Um das Defizit in den Griff zu bekommen, streicht die AUA ab dem Winterflugplan die Strecke Wien-Graz – die „Krone“ berichtete über die kolportierten Pläne. Ein letztes Mal wird die Verbindung am 23. Oktober geflogen. Die Entscheidung sei „unter sorgfältiger Abwägung der Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Graz getroffen“ worden. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Verbindungen von Graz nach München, Frankfurt und Zürich bestehen bleiben. Auf den Flügen nach München und Frankfurt würden im Winter teils größere Flieger zum Einsatz kommen; nach Zürich soll es pro Woche zwei Verbindungen mehr geben.

Flüge pausieren, weniger Spätverbindungen
Vorerst pausiert werden die Flüge von Wien nach Tiflis, Keflavik und Porto. Auch einige Spätverbindungen nach Klagenfurt, Kopenhagen, Warschau und Krakau, bei denen die Crew am Zielort übernachten, sollen wegfallen. Hinzu kämmen „interne Maßnahmen“, wie zum Beispiel „Effizienzsteigerungen im administrativen Bereich“.

Schwarze Zahlen im Gesamtjahr erwartet
Auf der Einnahmenseite sah die Lage für die Airline positiv aus: Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um vier Prozent auf über 1,2 Milliarden Euro. Die Zahl der Fluggäste stieg um sechs Prozent auf fast sieben Millionen. Das zweite Quartal (April-Juni) lief für das Unternehmen auch besser als das erste Jahresviertel (Jänner-März). Das EBIT brach auch hier um klare 74 Prozent ein, war mit 18 Mio. Euro aber positiv. Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das AUA-Management weiter mit schwarzen Zahlen – dank der „teilweisen Weitergabe der höheren Kosten und der eigenen, internen Kraftanstrengung“.

Flotte wird weiter erneuert
Trotz Sparmaßnahmen soll die Flottenerneuerung weitergehen. Noch heuer sollen zwei neu Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 787-9 „Dreamliner“ geliefert werden – in Summe sind dann fünf dieser Flugzeuge im Einsatz. Auch ein neuer Airbus A320neo solle im Herbst die Kurz- und Mittelstreckenflotte erweitern. Die Embraer-Maschinen sollen laufend aus der Flotte genommen werden.

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