ÖGK lehnt Rollstuhl ab

Kranke Jungmutter: „Bin quasi daheim gefangen“

Salzburg
15.06.2026 07:30

Die Zweifachmama Vanessa Ligsa (24) ist zu schwach für einen einfachen Handrollstuhl. Trotz zweier, unabhängiger ärztlicher Verordnungen stellt sich die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) beim Genehmigen eines elektrischen quer. Jetzt bleibt ihr nur die Hoffnung ...

„Abgelehnt“, sagt Vanessa Ligsa knapp mit zitternder Stimme zur „Krone“ und ergänzt: „Ich habe gerade mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) telefoniert. Dort ist mir gesagt worden, dass ich meinen Rollstuhl ja noch einmal beantragen kann – aber das wird nicht viel bringen“, ist die junge Mutter fassungslos. Die Salzburgerin leidet unter spinaler Muskelatrophie und hat mittlerweile keine Kraft mehr für handbetriebene Modelle.

„Als ich zwei Jahre alt war, habe ich die Diagnose bekommen. Zuerst dachten die Leute, dass ich einfach faul bin“, erzählt Ligsa offen. Wider Erwarten lernte sie dennoch zu gehen. Mit neun Jahren war damit dann allerdings wieder Schluss. Bei ihrer Krankheit bauen die Muskeln nach und nach ab: „Ich habe einen Nervenschwund, der dazu führt.“

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Vanessa würde auch lieber gehen – sie hat sich das nicht ausgesucht. Wie es bei uns derzeit im Gesundheitssystem zugeht, ist nicht schön.

 Barbara Hager, persönliche Assistentin

Isolation daheim wirkt sich bereits auf die Psyche aus
Aktuell sitzt sie mit ihrer persönlichen Assistenz – die sie bei Pflegestufe sechs benötigt – und mit ihren beiden Kindern im Alter von einem und drei Jahren in ihrer Wohnung fest. „Selbst Lebensmittel kann ich derzeit nur online bestellen. Die Lieferfahrer sind ja schon fast meine besten Freunde“, hat Ligsa sogar in der aktuellen Situation noch einen Scherz auf den Lippen. Dennoch wirkt sich die Isolation bereits auf ihre Psyche aus.

Dass es mehrere Jahre nach einem handbetriebenen Rollstuhl ein teures elektrisches Modell sein muss, habe sie sich ja nicht ausgesucht, so die junge Mutter. „Ich weiß, dass das Modell etwa 50.000 Euro kostet, aber ich will das ja nicht als meinen Sportwagen, sondern weil ich das brauche.“

Zwei Ärzte sehen das – unabhängig voneinander – genauso. Der erste Antrag wurde von der ÖGK jetzt abgelehnt. Eine neue Verordnung vom 18. Mai wurde hier – laut Ligsa – nicht einmal berücksichtigt. Die junge Mutter wird es also erneut versuchen.

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