Umjubelter Auftritt

Hinterhäusers letztes Amen – gemeinsam mit Levit

Salzburg
12.08.2026 16:00
Porträt von Salzburg-Krone
Von Salzburg-Krone

Der Ex-Festspielintendant bekam für den Klavierabend in der Stiftung Mozarteum stehende Ovationen und Blumenregen. Ihm zur Seite stand der eigentliche Star: Igor Levit.

Der eine bleibt mit konzentrierter Ruhe in den Noten, während der andere immer wieder aufmerksam zum Kollegen hinüberhört und die Musik mit dem ganzen Körper mitvollzieht. Schon rein äußerlich könnten Markus Hinterhäuser und Igor Levit kaum unterschiedlicher an ihre beiden Flügel herangehen. Dass gerade daraus ein ungemein spannendes Zusammenspiel entstehen kann, zeigten sie Dienstagabend im ausverkauften Großen Saal der Stiftung Mozarteum. Das vorerst wohl letzte Konzert von Ex-Festspielintendant Hinterhäuser wollten sich auch „Jedermann“ Philipp Hochmair und ORF-Mann Armin Wolf nicht entgehen lassen.

Olivier Messiaens rund 50-minütige „Visions de l’Amen“ bieten Fans von Klaviervirtuosität und -technik ein breit ausgestelltes Schaufenster. Hinterhäuser trägt zu Beginn schwere Akkorde durch den Saal, während Levit darüber hohe Töne plätschern lässt. Immer wieder tauchen solche musikalischen Gedanken später erneut auf, werden dichter ausgeschmückt, anders eingefärbt und zwischen den Pianisten hin- und hergeworfen.

Die passende Bühne: Der Große Saal der Stiftung Mozarteum
Die passende Bühne: Der Große Saal der Stiftung Mozarteum(Bild: Andreas Tröster)

Blumen flogen auf die Bühne
Je weiter der siebenteilige Zyklus voranschreitet, desto mehr löst sich auch die anfängliche Rollenverteilung auf. Aus zwei sehr unterschiedlichen Temperamenten wird ein eingespieltes Team, das sich nach wunderbar lichten Momenten immer tiefer in Messiaens Klangmassen hineinsteigert. Levit stürzt sich mit sichtlicher Freude in die wilden Sprünge der letzten Passagen, Hinterhäuser setzt konzentrierte Ruhe dagegen, bis schließlich beide im gemeinsamen Rausch aufgehen.

Dem folgte auch das Publikum. Binnen kürzester Zeit stand der Saal, es gab Jubel, Standing Ovations und sogar Blumen flogen auf die Bühne. Für Hinterhäuser war Messiaens „Amen“ zugleich ein sehr persönliches: Nach seinem unfreiwilligen Abschied als Intendant verlässt er nun auch als Pianist die Festspielbühne. Leise verabschiedet hat er sich jedenfalls nicht.

Larissa Schütz

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