Durch eine Ausnahmeregelung dürfen in Salzburg auch Zusatzkräfte eine Kindergartengruppe leiten. Diese Maßnahme geht auf den jahrelangen Mangel an Fachkräften zurück. Das Provisorium von Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) bleibt jetzt bis 2029.
Ganz schön schnell wird aus einer Notfall-Maßnahme eine Dauereinrichtung. Das zeigt sich aktuell auch in Salzburgs Kindergärten. Rückblende in den Dezember 2023: Vor gut zweieinhalb Jahren verordnete Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ), dass auch Zusatzkräfte, also Helferinnen, bei Personalmangel die Führung einer Kindergartengruppe übernehmen dürfen. Die Sorge um Einbußen bei der Qualität der Betreuung war groß, wenn es keine vertiefende Fachausbildung zum Führen einer Gruppe mehr braucht.
Svazek beschwichtigte damals: „Wir verstehen diese Maßnahme als temporäre Lösung“, meinte sie. Die Regelung war damals für drei Jahre befristet. Kürzlich schickte Svazek einen neuen Verordnungsentwurf in Begutachtung, der die Maßnahme bis ins Jahr 2029 verlängert. Da ist die nächste Landesregierung bereits wieder ein Jahr im Amt. Die „temporäre Lösung“ wird also zur Dauereinrichtung.
Laut Svazek ist die Gruppenführung durch Zusatzkräfte ohnehin nur ein Nischenphänomen. Bei mehr als 1800 Kindergartengruppen hätten aktuell in 20 Fällen Zusatzkräfte die Leitung inne. Eine davon arbeitet in einem Kindergarten mit nur einer Gruppe, ist also de facto die Kindergartenleitung.
Die Berufsgruppe für Elementarpädagogik sieht die neuerliche Verlängerung der Verordnung kritisch. Verbindliche Maßnahmen zur Behebung des Fachkräftemangels, etwa eine verpflichtende berufsbegleitende Qualifizierung des eingesetzten Personals, würden fehlen, schreibt die Berufsgruppe in ihrer Stellungnahme
. Svazek rechnet nicht mit einem baldigen Ende der Ausnahmeregel. Die Verordnung könne bei genug Fachkräften zwar außer Kraft gesetzt werden. „Es wird immer wieder Ausnahmen brauchen, wenn eine Gruppenführung unterjährig ausscheidet“, sagt sie.
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