GUTEN MORGEN

ORF-Geisterstunde | Schmierentheater

ORF-Geisterstunde. Wer den ORF in den Jahren 2027 bis 2031 führt – darüber wurde bis zur Geisterstunde, also bis nach Mitternacht, ein vielstündiges Theater auf dem Küniglberg inszeniert. In der ORF-Zentrale, wo ansonsten „Dancing Stars“, „Starmania“ oder politische Elefantenrunden ihre Bühne finden, ging das Finale im Rennen um die Generaldirektion über die Bühne. Seit Wochen war man davon ausgegangen, dass die Würfel längst gefallen waren, dass der ÖVP-Bundeskanzler seinen Lieblingskandidaten Clemens Pig erkoren habe. Und der 35-köpfige Stiftungsrat diesen nur abnicken würde.

Schmierentheater. Doch so einfach läuft das natürlich auch wieder nicht. Obwohl der Bundeskanzler die mutmaßliche Packelei über viele Wochen nicht in Abrede gestellt hat. Obwohl im Stiftungsrat vor allem von politischen Parteien entsandte Damen und Herren sitzen. Obwohl manche dieser Herren – vor allem jene an der Spitze – mit ihrem Nebenjob im ORF-Aufsichtsorgan mutmaßlich ihre Privatgeschäfte florieren lassen, die sie gerne weiter betreiben möchten. Schon vor der großen Sitzung war durchgesickert, dass es am Donnerstag auf dem Küniglberg Mordstheater geben werde. Und was kam bei diesem Theater letztlich heraus? Wie bei jedem schlechten Stück das erwartete Ende – Kanzlerkandidat Pig ist neuer Küniglberg-König. Was bleibt? Das, was die Politik mitsamt dem Stiftungsrat in den letzten Wochen geboten hat, das war ein Kasperl- und Schmierentheater übelster Art. Ein Da capo darf es nie mehr geben.

Kommen Sie gut durch den Freitag!

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