Jetzt auch das noch!

Kein Betrug: Wirbel um Spendenkonto für Vollwaise

Niederösterreich
12.06.2026 05:00

Als wäre die Tragödie für die gerade zur Vollwaise (2) gewordenen noch nicht schlimm genug! Ein wenig bekannter Onkel aus dem Ausland, der rasch einen Spendenaufruf startete, und Sprachbarrieren führten im Internet rasch zum Betrugsverdacht – und damit zum abrupten Abbruch  des wichtigen Geldflusses für die Zukunft des kleinen Mädchens.

Mit einem schweren Zugunglück spielte sich vergangenen Samstag ein Horrorszenario in Allentsteig im Waldviertel ab: Ein Güterzug erfasste ein Auto auf den Gleisen voll, löschte damit das Leben des serbischen Vaters (39) und der türkischen Mutter (34) aus und machte eine Zweijährige zur Vollwaise.

Sprachbarrieren und Warnungen
Sprachliche Barrieren mit der Mutter des verstorbenen Papas sorgten zudem für Verwechslungen und ließen den Spendenaufruf des nicht in Österreich lebenden Onkels dubios wirken, sodass im Internet bald die Warnung ausgegeben wurde, dass das Spendenkonto ein eiskalter Betrug wäre, was sich in Windeseile verbreitete.

Eine Sprecherin der Familie, die gleichzeitig zum engsten Freundeskreis der Eltern zählte, klärt nun auf, dass das Konto wirklich von einem Onkel eingerichtet wurde und keine Fälschung sei. „Die Zweifel beruhten auf Missverständnisse in der Kommunikation“, stellt sie gegenüber der „Krone“ klar. Zudem sei nun ein echtes Spendenkonto eingerichtet und das Geld vom Privatkonto des Onkels auf dieses transferiert worden. „Besonders wichtig ist der Familie die Klarstellung, dass die gesamten Erlöse der Aktion ausschließlich der Zweijährigen zugutekommen“, hält sie fest.

„Auf Spendenaktion kann man vertrauen“
Auf „Krone“-Anfrage bei der Polizei betont man dort: „Es hat bis dato noch keine Indizien für einen Betrugsverdacht gegeben. Die Beweislast ist derzeit nicht so, als dass man von einem Betrug ausgehen muss.“ Leidtragende der vorschnellen Aktion des Onkels ist aber jetzt schon das kleine Mädchen. Denn am Konto waren bereits mehr als 9000 Euro eingelangt, nach den Warnungen waren es später nur noch 6000 Euro. „Mit der Spendenaktion ist alles in Ordnung. Sie können darauf vertrauen“, betont die Familiensprecherin. Für weiterhin Misstrauische wird nun auf Initiative der Stadtgemeinde Allentsteig ein weiteres Spendenkonto für die Zukunft des kleinen Herzens eingerichtet.

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