Schlag in Hochsaison

Angriff auf Zug: Kiew vermiest Russen Krim-Urlaub

Ausland
08.06.2026 11:41

Wieder hat die Ukraine für Russland genau zur Unzeit zugeschlagen: Mit einem Angriff auf St. Petersburg überschattete sie Putins Wirtschaftsforum, jetzt griff sie mitten in der touristischen Hochsaison einen Passagierzug an, der in Richtung der Urlaubsregion auf der besetzten Krim unterwegs war.

Bei dem Drohnenangriff auf den Tavria-Express, der zwischen Moskau und Simferopol verkehrt, wurde der Assistent des Lokführers getötet, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter auf der Krim, Sergej Aksjonow, auf Telegram mit. Der Lokführer selbst sei verletzt worden. Fahrgäste wurden laut Aksjonow keine verletzt. Der Zugverkehr wurde vorübergehend eingestellt – mitten in der Urlaubshochsaison.

Sämtliche Züge evakuiert
Es seien sämtliche Züge evakuiert und die Passagiere in Bussen weiter transportiert worden, teilte die Bahngesellschaft Grand Service Express bei Telegram mit. Bereits vorige Woche gab es nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug laut Behörden einen Toten und zwei Verletzte. Insgesamt meldete Russland am Montagmorgen den nächtlichen Abschuss von mehr als 300 Drohnen. Bei den ukrainischen Angriffen wurde erneut auch ein Ölterminal im Schwarzmeerhafen Noworossijsk getroffen.

Schlag in Tourismusregion
Der neuerliche Angriff trifft auch das Hotel- und Gaststättengewerbe auf der Krim empfindlich. Experten rechnen laut der Moskauer Zeitung „Kommersant“ damit, dass auf der bei den Russen beliebten Halbinsel in diesem Jahr drei bis vier Millionen Touristen wegbleiben. Die Zeitung berichtete von zahlreichen Stornierungen und rückläufigen Buchungszahlen.

Benzin wird rationiert
Grund für die ausbleibenden Urlauber sei auch die Rationierung von Kraftstoff an den Tankstellen. Inzwischen gibt es nur noch 20 Liter Benzin pro Woche – statt wie bisher pro Tag.  Dabei müssen die Kunden einen im Voraus erworbenen QR-Code nutzen, auf den man nur über die von der russischen Regierung kontrollierte Messenger-App „Max“ zugreifen kann, berichtet das US-Institut ISW unter Berufung auf russische Behörden. Die Benzinkrise hält viele Autofahrer von Reisen auf die Krim ab.

Auch bei Grundnahrungsmitteln und anderen Versorgungsgütern herrscht auf der Krim inzwischen Mangel. Das unabhängige russische Portal „Agenstvo“ berichtet, dass sich Bewohner vor wenigen Tagen über Einschränkungen beim Verkauf einiger Grundnahrungsmittel wie Buchweizen, Zucker, Reis und Mehl beschwerten. Wie das ISW schreibt, versuchen die Besatzungsbehörden, die Ursache für die Knappheit zu vertuschen, indem sie behaupten, dass natürliche Flauten bei der Ernte einige Produkte vorübergehend zu Mangelware machen.

Tote bei Angriffen auf Saporischschja
Unterdessen sind bei russischen Angriffen auf die südostukrainische Region Saporischschja nach Behördenangaben fünf Menschen getötet worden. 14 weitere Personen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram mit. Russland habe das Gebiet mit Luftangriffen und Artillerie beschossen. Dabei seien Infrastruktur, Wohngebäude und Autos beschädigt worden.

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