Beschädigte Anlagen

Russland exportiert wegen Drohnenangriffen mehr Öl

Außenpolitik
03.06.2026 08:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das ukrainische Militär greift immer wieder Raffinerien in Russland an. Der Kriegsgegner kann das Erdöl wegen beschädigter Anlagen daher nicht mehr im eigenen Land verarbeiten. Im Mai sind die Ausfuhren über die Westhäfen im Vergleich zum Vormonat um 15 Prozent gestiegen.

2,5 Millionen Barrel pro Tag wurden exportiert, das ist der höchste Wert seit September 2024. Mit den höheren Exporten will der Kreml eine drastische Drosselung der Ölförderung vermeiden. Die Kapazitäten der Häfen Primorsk, Ust-Luga und Noworossijsk sind jedoch begrenzt, weshalb es kaum möglich ist, die gesamte nicht verarbeitete Ölmenge umzuleiten. Auch der Hafen Primorsk und Pipelines des Betreibers Transneft wurden im Mai von der Ukraine angegriffen. Zuletzt waren praktisch alle großen Raffinerien in Zentralrussland gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder ganz einzustellen.

Im russisch besetzten Gebiet Luhansk müssen sich die Menschen jetzt auf eine begrenzte Abgabe von Treibstoff einstellen. Diese beträgt 20 Liter pro Person. Die Besatzungsbehörden begründeten das mit den derzeitigen Vorräten und einer gestiegenen Nachfrage in den vergangenen Tagen. Die Beschränkungen sollen aber nur vorübergehend gelten. Der Hintergrund der Maßnahme sind ebenfalls die Attacken gegen die russische Ölindustrie. Damit will das ukrainische Militär den Treibstoffnachschub für die russische Armee stören und Russlands Einnahmen aus dem Energiegeschäft schmälern.

Drohne traf Reisebus – mehrere Tote
Die russischen Behörden meldeten unterdessen den Abschuss mehrerer ukrainischer Drohnen über der Region Leningrad und im Anflug auf Moskau. Am St. Petersburger Flughafen Pulkowo wurde der Flugverkehr vorübergehend eingestellt. Dort wird am Mittwoch das Internationale Weltwirtschaftsforum beginnen, das als „russisches Davos“ von Machthaber Wladimir Putin gilt.

Bei einem anderen ukrainischen Drohnenangriff im russisch kontrollierten Teil der Region Donezk sind laut den Besatzungsbehörden sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Die Drohne habe einen Reisebus getroffen, der zwischen Moskau und Simferopol auf der Krim unterwegs gewesen sei, teilte der Regionalgouverneur Denis Puschilin mit.

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