Die israelische Armee hat alle Einwohner von fünf Ortschaften und Dörfern im Südlibanon zur sofortigen Evakuierung aufgefordert.
Armeesprecher Avichay Adraee erklärte auf X, die Bewohner sollten ihre Häuser zu ihrer eigenen Sicherheit unverzüglich verlassen und sich nördlich des Flusses Sahrani begeben. Jeder, der sich in der Nähe von Hisbollah-Kämpfern, deren Einrichtungen und Kampfmitteln aufhalte, bringe sein Leben in Gefahr.
Der Armeesprecher begründete den Evakuierungsbefehl mit Verstößen der libanesischen Hisbollah-Miliz gegen die Waffenruhe. Hisbollah-Chef Naim Kassim hatte die Vereinbarung zwischen der libanesischen Regierung und Israel abgelehnt. Der Sahrani-Fluss ist rund 30 Kilometer lang. Er entspringt im Libanongebirge und mündet etwa sieben Kilometer südlich der historischen Hafenstadt Sidon ins Mittelmeer.
Mehrere libanesische Soldaten bei israelischem Angriff getötet
Bei einem israelischen Angriff auf ein Militärfahrzeug im Südlibanon sind zuvor nach Angaben der libanesischen Armee mehrere Soldaten getötet worden, darunter ein Offizier. Der Angriff ereignete sich auf der Straße zwischen al-Chardali und Nabatija. Die libanesische Armee erklärte auf X zudem, Israel greife anhaltend den Libanon und seine Bevölkerung an. Die libanesischen Streitkräfte halten sich traditionell aus den Kämpfen zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel heraus.
Die israelische Armee bestätigte den Angriff, widersprach jedoch der Darstellung. Das Fahrzeug habe sich „verdächtig“ auf israelische Soldaten zubewegt und sei in einer zuvor evakuierten Kampfzone unterwegs gewesen. Bewegungen in solchen Zonen müssten mit der israelischen Armee abgestimmt werden. Zudem lagen nach Armeeangaben konkrete Hinweise vor, dass die Hisbollah aus diesem Gebiet Feuer auf israelische Soldaten eröffnen wollte. Nach der Identifizierung des Fahrzeugs und angesichts dieser Lageeinschätzung sei der Befehl zum Beschuss erteilt worden. Einer ersten Untersuchung zufolge hätten sich zwei Offiziere und ein Soldat der libanesischen Armee in dem Wagen befunden.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach von einem eklatanten Verstoß gegen die libanesische Souveränität sowie internationale Gesetze und Normen. Aoun erklärte auf der Online-Plattform X, die Eskalation erfolge trotz der Bemühungen des Libanons, in Verhandlungen den israelischen Angriffen ohne Abschreckung ein Ende zu setzen.
Baby durch israelischen Angriff im Westjordanland getötet
Ein sieben Monate altes palästinensisches Baby ist nach Schüssen eines israelischen Soldaten auf ein Fahrzeug im Westjordanland gestorben. Das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah teilte mit, Soldaten hätten südlich von Hebron das Feuer auf ein Fahrzeug eröffnet. Das Baby sei später in einem Krankenhaus an den Folgen seiner schweren Verletzungen gestorben. Die Eltern wurden demnach mittelschwer verletzt.
Der Vater des getöteten Babys sagte der israelischen Tageszeitung „Haaretz“, er habe sein Auto vollständig gestoppt, bevor ein etwa 10 Meter entfernt stehender Soldat geschossen habe. Der Zwischenfall habe sich bei Tageslicht ereignet, und der Soldat habe gesehen, dass im Auto eine Familie gesessen habe. Diese Angaben können nicht unabhängig überprüft werden.
Nach Angaben einer israelischen Armeesprecherin hatten Soldaten während ihres Einsatzes den Eindruck, ein Fahrzeug rase mit hoher Geschwindigkeit auf sie zu. Ein Soldat habe daraufhin mehrere Schüsse abgegeben. Drei Palästinenser seien verletzt und medizinisch versorgt worden. Ersten Ermittlungen zufolge seien die Palästinenser unbeteiligte Zivilisten gewesen. Die Umstände des Vorfalls würden untersucht. Die Armee erklärte, sie bedauere zutiefst jeglichen Schaden, der unbeteiligten Personen zugefügt werde.
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