Auch das noch! Wie „The Athletic“ berichtet, zählt die Causa Balogun – also die nach Trumps Intervention aufgehobene Rot-Sperre – zu jenen von der „Group of Copenhagen“ untersuchten sieben Verdachtsfällen in Zusammenhang mit einem möglichen Wettbetrug. Auch ein Spiel von Weltmeister Spanien steht im Fokus.
Auch wenn der vollständige Bericht der „Group of Copenhagen“ noch nicht öffentlich gemacht wurde, gelangen nun über das renommierte Sportportal der „New York Times“, erste erschreckende Details zu den auf Wettbetrug untersuchten Spielen zu Tage.
Gab es Insiderwissen?
So soll ausgerechnet die nach Trumps Intervention bei FIFA-Boss Gianni Infantino annullierte Rote Karte gegen den US-Amerikaner Folarin Balogun Teil der Ermittlungen sein. Grund: Auf dem Prognosemarkt Polymarket, der auf Kryptowährungen basiert, soll es bereits am 2. Juli – also unmittelbar nach dessen Ausschluss – möglich gewesen sein, darauf zu wetten, ob Balogun im Achtelfinale gegen Belgien wieder spielen wird. Die Sperre wurde allerdings erst am 5. Juli von der FIFA aufgehoben.
Dazu kommt: Nach keiner anderen Roten Karte der insgesamt 14 Platzverweise wurde eine derartige Wette angeboten. Das legt die Vermutung nahe, es könnte Insider gegeben haben, die vom Vorhaben des US-Präsidenten bzw. Infantino gewusst haben und das nützen wollten.
Drei weitere Fälle unter Verdacht
„The Athletic“ will aber auch noch von drei weiteren Verdachtsfällen der „Group of Copenhagen“ wissen. So erwähnt das Sportportal auch die Rote Karte für Südafrikas Themba Zwane im Eröffnungsspiel, die dreieinhalbminütige Verzögerung durch den VAR bei der Annullierung eines Tores des Spaniers Ferran Torres (26) gegen Saudi-Arabien und ein auffällig hohes Wettvolumen auf einen Punktgewinn der Kap Verden gegen Spanien, welches tatsächlich 0:0 endete.
Das internationale Netzwerk „Group of Copenhagen“, das zur Bekämpfung der Manipulation von Sportwettkämpfen vom Europarat gegründet wurde, hat bei der Überwachung der insgesamt 104 Spiele laut einer Pressemitteilung sieben gelbe Hinweise ausgesprochen. Ein gelber Hinweis tritt laut Definition dann in Kraft, wenn erste Anhaltspunkte auf mögliche Unregelmäßigkeiten hindeuten, die eine weitere Prüfung erfordern. Die „Group of Copenhagen“ hat daher bei der FIFA eine offizielle Anfrage gestellt und um eine schriftliche Stellungnahme gebeten.
Laut FIFA keine Hinweise auf verdächtige Wettaktivitäten
Der Fußball-Weltverband FIFA hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die FIFA-Integritätsarbeitsgruppe auf Grundlage der während des gesamten Turniers erhobenen und analysierten Informationen „weder verdächtige Wettaktivitäten noch Anzeichen für Spielmanipulationen im Zusammenhang mit irgendeiner Partie“ festgestellt habe.
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