„Habe das nicht getan“

Lebenslange Haft für deutschen „Maskenmann“

Ausland
05.06.2026 07:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

In einem Prozess in Frankreich ist der in Deutschland bereits wegen dreifachen Kindsmordes verurteilte „Maskenmann“ (55) wegen eines weiteren Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 

Das Gericht im westfranzösischen Nantes sprach den 55-jährigen deutschen Serien-Sexualstraftäter Martin N. wegen des Mordes an dem damals zehnjährigen Jonathan im April 2004 schuldig. Der Mord trage „die Handschrift des Angeklagten“.

Jonathan wurde damals aus einem Schullandheim in Saint-Brevin-les-Pins in Westfrankreich entführt. Seine Leiche wurde wenige Wochen später unbekleidet in einem Teich rund 30 Kilometer entfernt entdeckt.

„Ich habe das nicht getan“
Im Prozess hatte der aus Bremen stammende Angeklagte eine Beteiligung am Tod des französischen Burschen mehrfach klar von sich gewiesen. „Ich habe das nicht getan“, sagte er aus. Seine Verteidigung hatte auf Freispruch mangels konkreter Beweise plädiert, dass der Angeklagte sich überhaupt in Frankreich aufgehalten und die Tat begangen habe.

20 Jahre lang Buben missbraucht
In Deutschland hatte der „Maskenmann“ (er trug während seiner Taten Sturmmasken, Anm.) während fast 20 Jahren kleine Buben missbraucht und drei von ihnen im Alter von acht, neun und 13 Jahren ermordet. Zwischen 1992 und 2001 schlich der Pädagoge sich in Norddeutschland nachts maskiert an die Betten Dutzender Opfer. Der Mann führte ein Doppelleben: Tagsüber kümmerte er sich als Betreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge, nachts verwandelte er sich in den „Maskenmann“.

Hinweis von Opfer führte zu Festnahme
Nach langer kriminalistischer Puzzlearbeit führte ein ehemaliges Opfer die Polizei schließlich auf die Spur des Mannes, der 2011 in Hamburg-Wilstorf festgenommen wurde. 2012 wurde er vom Landgericht Stade zu lebenslanger Haft verurteilt. Die meisten seiner Taten hatte er in seinem Prozess gestanden.

Da der Fall des kleinen Jonathan Parallelen zur Tatserie in Norddeutschland aufwies, untersuchten die französischen Fahnder bereits seit 2008 auch, ob der Deutsche für die Tat in der Bretagne infrage kommen könnte. Konkrete Beweise wie DNA-Spuren etwa wurden aber nicht gefunden.

Geständnis an Mitgefangenen
Ein Zeuge aber beobachtete abends einen Wagen mit deutschem Kennzeichen in der Nähe eines Teichs, der dort anscheinend etwas ausladen wollte, dann aber wegfuhr. Und 2017 berichtete ein Mitgefangener, Martin N. habe ihm gestanden, in Frankreich ein Kind getötet zu haben.

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