Die SPÖ Graz rückt im Wahlkampf die Gesundheit in den Fokus. „Bei mehr als 80 Prozent der Ärztinnen und Ärzte reicht die E-Card nicht mehr“, heißt es in der Kampagne. Doch stimmen die Zahlen? Die „Krone“ hat den Faktencheck gemacht.
Bei mehr als 80 Prozent der Ärzte müsse man in Graz „extra zahlen“, heißt es auf einem Sujet der SPÖ. Stimmt das? Beinahe. Die „Krone“ hat bei der Ärztekammer nachgefragt. Tatsächlich haben 22,3 Prozent der Ärzte in Graz (ohne Zahnärzte) einen Vertrag mit der Österreichischen Gesundheitskasse. Bei knapp 78 Prozent „reicht“ also die E-Card für die meisten Versicherten nicht.
Bei Allgemeinmedizinern haben 36 Prozent einen Kassenvertrag, bei Fachärzten sind es nur 16,5 Prozent, wobei es nach Fachrichtungen große Unterschiede gibt.
Landeshauptstadt ist die am besten versorgte Region
Graz hat mit Abstand die meisten Ärzte pro Bewohner und ist damit die am besten versorgte Region der Steiermark. Am Land haben jedoch mehr Ärzte einen Kassenvertrag. Gesamt sind es bei den Fach- und Allgemeinmedizinern im Bundesland 39,6 Prozent.
Beim Hausarzt bekommt man zu 70 Prozent am gleichen oder am Folgetag einen Termin.

Michael Sacherer, Präsident der Ärztekammer Steiermark
Bild: Christian Jauschowetz
Kann man von einem „Gesundheitsnotstand“ sprechen? „Wir haben etwa 1000 kassenärztliche Stellen in der Steiermark – davon sind nur 64 aktuell nicht besetzt“, sagt Ärztekammer-Präsident Michael Sacherer dazu. „Das ist für kleine Gemeinden eine Tragödie, aber trifft für Graz nicht zu.“
Immer mehr Einwohner bei gleicher Zahl an Kassenärzten
Gleichzeitig sehe man in der ganzen Steiermark, dass die Zahl der Kassenärzte stagniert, während die Bevölkerung wächst und altert. Man habe die ÖGK darauf bereits aufmerksam gemacht. Gerade in Fachgebieten wie der Urologie und der Inneren Medizin sieht Sacherer Handlungsbedarf.
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