Wiederaufbau läuft
Bergsturz: Tiere nach Blatten zurückgekehrt
Ein Jahr nach der Zerstörung des Schweizer Dorfs Blatten bei einem Bergsturz sind die Wiederaufbauarbeiten in vollem Gange. Landwirtinnen und Landwirte brachten ihre Tiere bereits auf die nahen Almen und Bergwiesen. „Erst die Vierbeiner, dann hoffentlich die Zweibeiner“, sagte Gemeindepräsident Matthias Bellwald.
Das neue Dorf soll in vier bis fünf Jahren bezugsfertig sein und Platz für alle früheren 300 Einwohnerinnen und Einwohner bieten. „Wir haben zwei Wochen nach der Katastrophe eine Vision für den Wiederaufbau des Dorfs entwickelt, das hat den Exodus der Bevölkerung von Blatten aus dem Lötschental verhindert“, sagte Bellwald. 75 Prozent der ehemaligen Bewohnerinnen und Bewohner seien geblieben. Sie hätten in anderen Gemeinden des Tals eine vorübergehende Bleibe gefunden, sagte der Gemeindepräsident weiter.
Wie berichtet, war am 28. Mai 2025 ein Großteil des vorher geräumten Dorfs bei dem Bergsturz mit Gletscherabbruch unter einer meterhohen Schuttlawine begraben worden. Die meisten verschonten Häuser versanken anschließend in einem meterhohen See, der sich bildete, weil das Flussbett der Lonza durch die Schuttmassen zugeschüttet war. Fachleute hatten bereits zuvor vor der Gefahr gewarnt, wodurch die meisten Menschen gerettet werden konnten. Ein Schäfter (64), der trotz der Warnung im Dorf geblieben war, kam ums Leben.
Wasser und Strom für intakte Häuser
Heute sind nur wenige Häuser in dem Bergdorf intakt. Laut Bellwald sind sie bereits wieder mit Strom und Wasser versorgt. Die Gemeinde errichtete zudem eine Notstraße, ab Winter soll eine provisorische Seilbahn folgen, um den Zugang zu sichern. Auch eine neue, ganzjährig befahrbare Kantonsstraße ist in Arbeit und soll in drei bis vier Jahren fertig sein. „Die Rinder und Kühe sind demonstrativ auf die Alpen zurückgekehrt. Da wurde allen klar: Es findet statt“, sagte Bellwald zum Wiederaufbau.









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