„Bleibt ein Wildtier“
Frankreich: Zutraulicher Delfin entzückt Urlauber
In der Badebucht von Saint-Jean-de-Luz gibt es eine neue Touristenattraktion: Ein Delfin zieht hier seine Runden und entzückt die Urlauber, an die er sich ganz nahe heranwagt. Doch die Zutraulichkeit macht Tierschützern Sorgen: Es könne zu gefährlichen Situationen kommen.
Das zwei Meter lange Delfinweibchen hält sich seit Mitte Oktober in der Badebucht auf und hat offenbar keine Scheu vor Schwimmern und Wassersportlern. Für viele Strandbesucher ist das ein ganz besonderes Erlebnis – doch es besteht auch große Sorge um das Tier.
„Das Verhalten vieler Menschen ist leider problematisch. Es kommt immer wieder zu Ansammlungen, bei denen der Delfin umzingelt wird“, erklärte die Meeresforscherin und städtische Umweltbeauftragte Pascale Fossecave. Es könnte zu gefährlichen Situationen kommen, da der Delfin seinen Fluchtreflex verlieren könnte. Bei der Begegnung mit Booten oder Jetskis könnte das ein Risiko darstellen.
Dieses Video zeigt, wie nah sich der Delfin zu Menschen heranwagt:
Badegäste sollen daher den Meeressäuger nicht zur Interaktion ermutigen. Hinweisschilder am Strand fordern zu Zurückhaltung auf. „Auch wenn das Tier sich von allein nähert, bleibt es ein Wildtier“, wird erklärt. „Wiederholte Interaktion mit Menschen kann sein natürliches Verhalten stören und seine Überlebensfähigkeit gefährden“, so die Behörden.
Strafe von 750 Euro droht
So ist es verboten, sich dem Weibchen auf weniger als 100 Meter zu nähern, mit ihm zu schwimmen, es einzukreisen, anzufassen oder zu füttern. Boote dürfen dem Delfin nicht den Weg abschneiden. Wer diese Regeln missachtet, dem droht eine Strafe von 750 Euro.
Delfin möglicherweise von Gruppe verstoßen
Bei dem Tier handelt es sich um einen Tümmler mit einem Gewicht von etwa 200 Kilogramm. Es soll sechs bis acht Jahre alt sein und damit noch nicht ganz ausgewachsen. Normalerweise leben Tümmler in sozialen Verbänden von bis zu 15 Tieren – warum der Delfin von Saint-Jean-de-Luz alleine in der Bucht schwimmt, ist noch nicht geklärt. Es könnte aus seiner Gruppe ausgeschlossen worden sein, wie die Meeresforscherin vermutet. „Die Tiere verirren sich nicht, sie können über eine Entfernung von 20 Kilometern miteinander kommunizieren“, so Fossecave.










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