Ausblick bis Juli

„Tropen-Glocke“ hat Wien über Wochen fest im Griff

Wien
26.05.2026 17:00

Zu Pfingsten kamen die ersten Tropennächte – auch der Ausblick verheißt Ähnliches: Viele Wiener ächzen unter der ersten Hitze des Jahres, andere freuen sich. Wie wird es nun weitergehen? Die „Krone“ hat nachgefragt.

Wer gehofft hatte, nach einem durchwachsenen Frühling endlich bei moderaten Temperaturen durchatmen zu können, wurde zu Pfingsten eines Besseren belehrt. Ein außergewöhnlich starkes Hochdruckgebiet schob sich über Europa, die Temperaturen kletterten auf über 30 Grad. Auch die Nächte brachten keine Erholung mehr. Erstmals heuer registrierten die Messstationen Tropennächte – wenn Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius sinken. Das Ergebnis: Ein Ansturm auf die Wiener Freibäder und die Eissalons.

115.000
BESUCHER
Das Pfingstwochenende bescherte den Wiener Bädern ein Besucherplus – 37.000 Personen mehr als im Vorjahr.

Die aktuelle Wetterprognose für die kommenden Tage lässt Ähnliches vermuten: Über 30 Grad, Gewitter nicht ausgeschlossen. Nordwestwind soll nur für eine kurze „Abkühlung“ auf 26 Grad sorgen — bevor es am Wochenende mit rund 30 Grad und neuerlichen Gewittern wieder von vorne losgeht.

Touristen schätzen die Abkühlung an Trinkbrunnen.
Touristen schätzen die Abkühlung an Trinkbrunnen.(Bild: Zwefo)

Kaum Entspannung bis Anfang Juli
Laut Langzeitprognose fällt der Sommer deutlich zu warm aus. Das Muster ist bekannt — Hitzephasen, unterbrochen von heftigen Gewittern, dann wieder drückende Schwüle.

Die ärgste Hitze der jetzigen Welle sollte laut dem Europäischen Zentrum für Mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) Anfang Juni überstanden sein. Mitte Juni könnte allerdings ein Hitze-Herd zurückkehren, der sich aber nur auf den Osten der Stadt beschränken könnte.

Laue Temperaturen darf man abseits davon dennoch nicht erwarten: Bis Anfang Juli – weiter reichen die Prognosen vorerst noch nicht – sollen die Tageshöchstwerte bis zu drei Grad über dem Durchschnitt liegen: heißt 29 Grad.

Wien sorgt für Abkühlung – auch im Gemeindebau
Die Stadt reagiert mit einem breiten Bündel an Maßnahmen: Ihr Hitzeaktionsplan umfasst 29 Schlüsselmaßnahmen — von frei zugänglichen Kühlräumen über mehr als 1300 Trinkbrunnen bis zu Sprühnebelanlagen. Dazu kommen 25.000 neue Stadtbäume und das Schwammstadt-Prinzip, das Regenwasser im Boden hält.

Die jüngste Maßnahme betrifft rund 220.000 Gemeindebau-Wohnungen: Wiener Wohnen erlaubt seit dem 20. Mai Split-Klimageräte — ohne Attest, ohne Pflegestufe. Aber nur für den, der sich die teure Anschaffung leisten kann oder will.

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