Lehrer, Profisportler und Familienmensch: Handball-Goalie Thomas Bauer ist alles davon. Im Gepräch mit der „Krone“ ließ er seinen Alltag, seine Karriere im Ausland und Beleidigungen unter der Gürtellinie.
„Sorry für die Verspätung. Dafür hab ich Schokocroissants dabei!“ Mit Sonnenbrille, Sportgewand und einem breiten Grinser im Gesicht empfing Handball-Torwart Thomas Bauer die „Krone“ zum Besuch in der Sport-Mittelschule Bad Vöslau, wo er Sport unterrichtet.
Unterstützung von den Kollegen
Wenn der Goalie nicht gerade mit den Jags um die HLA-Krone rittert. Am Freitag (20.20 Uhr) geht’s ins erste Halbfinal-Spiel daheim gegen Ferlach. Möglich macht’s die Unterstützung von Direktorin Marion Gehrsitz und seinem Kollegium. „Ohne sie würde ich den Profisport und meinen Beruf niemals unter einen Hut bringen können“, zeigt sich der 40-Jährige dankbar.
„Keiner soll rausgehen und sich schlecht fühlen“
Der sich gemeinsam mit seinem Lehrerkollegen Aljoscha Piech etwas ganz besonderes für den Sport-Unterricht überlegt hat: „Wir spielen um einen Wanderpokal, 2A gegen 2B. Wer am Ende der Doppelstunde die meisten Spiele gewonnen hat, nimmt den Pokal mit in die Klasse – bis zum nächsten Sportunterricht“, erzählen die Beiden. Wichtig ist dabei zwar auch der kompetitive Gedanke, primär liegt aber der Spaß an der Bewegung im Fokus. „Ich will, dass die Burschen das gerne machen. Keiner soll hier rausgehen und sich schlecht fühlen“, so Bauer.
„Weltenbummler“ Tom Bauer
Eines kann man jedenfalls sagen: Thomas Bauer hat alle Hände voll zu tun, ist mit Profisport, Beruf und seiner Familie ausgelastet. Zu kurz kommt dabei aber nichts, den Trubel ist der Kult-Goalie ohnehin gewohnt. Wirklich ruhig war es für den 165-fachen Nationalspieler nämlich sowieso noch nie. Deutschland, Frankreich, Norwegen , Portugal, Griechenland und Katar – Bauer kam viel herum!
„Das war nie der Plan, aber ich bereue gar nichts davon. Wenn du dich nach dem Training mit der Familie am Strand treffen kannst, ist das ein unglaubliches Lebensgefühl.“ Das waren auch die Triple-Siege mit dem FC Porto und AEK Athen.
Feindbild in Athen
Wobei er bei letzteren nach dem Wechsel zu Rivale Olympiakos zum Feindbild wurde. „Ich habe Drohungen erhalten, wurde unter der Gürtellinie beleidigt.“ Die Antwort gab er stets auf dem Platz, die Buhrufe dienten als Extramotivation – auch weil er kein griechisch sprach. „Von den AEK-Fans wurde ich nach dem Wechsel das gesamte Spiel über nur beleidigt. Verstanden habe ich aber nur ’Bauer’, das hat mich gepusht“, lacht der Goalie, der im Anschluss mit Olympiakos sogar Meister wurde – und die Kritiker zum Schweigen brachte.
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