Plan für „Entsorgung“

Dänemark will toten Wal aufs Festland ziehen

Ausland
21.05.2026 13:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die dänischen Behörden haben eine Lösung für den toten Wal gefunden, der vor der Urlaubsinsel Anholt liegt. Sie wollen „Timmys“ Kadaver an Land ziehen. Ziel der Aktion ist ein Hafen in Jütland. Da das Tier explodieren könnte, solle es so schnell wie möglich abtransportiert werden, um Touristen nicht zu gefährden.

Noch liegt der tote Wal an einem gut besuchten Strand im flachen Wasser, die Folgen könnten nach Einschätzung der Umweltbehörde Anrainer und Touristen „stark belästigen“. Deshalb wolle man versuchen, den Wal noch am Donnerstag in den Hafen von Grenaa auf dem Festland zu ziehen, teilte die Behörde mit.

Auch Obduktion geplant
Die Aktion werde wahrscheinlich den ganzen Tag dauern. Am Freitag könnte der Wal dann obduziert werden. Im Hafen sei es leichter, den Kadaver zu bearbeiten: „In Grenaa werden Wissenschafter und Tierärzte die Untersuchungen und Probenentnahmen durchführen, wie sie bereits bei früheren Strandungen größerer Wale vorgenommen wurden.“ Sollte es nicht gelingen, den Wal in den Hafen zu bewegen, wollen die Dänen ihn auf Anholt untersuchen.

Deutsche Behörden hatten zuvor wochenlang versucht, den Wal zu retten.
Deutsche Behörden hatten zuvor wochenlang versucht, den Wal zu retten.(Bild: APA-Images / dpa / Stefan Sauer)

Ansteckungs- und Explosionsgefahr
Die dänische Umweltbehörde hatte bereits davor gewarnt, sich dem Tier zu nähern, da Ansteckungsgefahr bestehe. Außerdem könnte der Kadaver explodieren: Auf Bildern des Livestream-Anbieters News5 war zu sehen, dass er inzwischen extrem aufgebläht von Fäulnisgasen ist.

Einheimische wollen Walkadaver schnell loswerden
Geht es nach den Inselbewohnern, sollte der Wal lieber heute als morgen verschwinden. „Es ist ein großer Wunsch der Einheimischen, dass der Wal zeitnah abtransportiert wird, damit er die Urlauber nicht stört“, sagte Pia Lange Christensen, Direktorin der Tourismusorganisation „Visit Aarhus“, die auch für die Urlaubsinsel zuständig ist. Die Saison habe gerade begonnen. Für Dänemark als Land mit vielen Küsten sei es nicht ungewöhnlich, dass Wale strandeten, sagte Christensen. „Und normalerweise dauert es nicht lange, bis die Behörden die Tiere entfernt haben.“

Wochenlange Rettungsaktion scheiterte
Zuvor war das geschwächte Tier mehrfach an der deutschen Ostseeküste gestrandet. Vor einigen Wochen hatte eine private Initiative es noch lebend zur Nordsee transportiert und freigesetzt. Später wurde der Wal tot vor Anholt angeschwemmt.

Umweltministerium will Tracker-Daten auswerten
Das Schweriner Umweltministerium versucht währenddessen, einen zuvor von der Initiative an dem Tier angebrachten Tracker zu bekommen, um die Daten darauf auszuwerten. Denn noch ist unklar, wie lange das Tier nach seiner Freisetzung gelebt hat.

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