Die Wirtschaftskammer Burgenland fordert Maßnahmen zur Konjunkturbelebung durch Land und Bund. Mit einer Kampagne will man zusätzlich auf die schwierige Lage aufmerksam machen.
Ist das Burgenland ein attraktiver Wirtschaftsstandort? Geht es nach der Wirtschaftskammer, dann lautet die Antwort (derzeit) Nein. Die Unternehmer hätten nicht nur – wie berichtet – mit Bürokratie, hohen Energiepreisen und Billig-Konkurrenz aus dem Ausland zu kämpfen, sondern auch mit Hürden durch das Land selbst. Als Beispiele nennt Wirtschaftskammer-Direktor Harald Schermann die geplante Lkw-Maut oder den Mindestlohn des Landes. Das führe dazu, dass sich Firmenansiedlungen im Vergleich zu den Nachbarbundesländern in Grenzen halten würden. „Warum sollte ein Betrieb aktuell ins Burgenland kommen?“, fragt Schermann.
Vergabe an andere Bundesländer
Laut Wirtschaftskammer-Präsident Andreas Wirth vergebe auch das Land selbst Wohnbau-Aufträge an Generalunternehmer aus anderen Bundesländern. Er fordert mehr Regionalität bei den Vergaben. „Wenn die Konkurrenz so groß wird, dass die privaten Betriebe zusperren müssen, dann hat das Land etwas falsch gemacht“, sagt Wirth. Er erwartet sich in der Sache auch mehr Unterstützung von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne).
Auch Bund gefordert
Die Wirtschaftskammer sieht aber genauso den Bund mit in der Pflicht, wenngleich Wirth geplante Schritte wie die Senkung der Lohnnebenkosten oder die „Aktivpension“ begrüßt.
Unterstützung für Betriebe
Um auf die derzeitigen Herausforderungen der Unternehmen aufmerksam zu machen, hat die Kammer die Kampagne „unverzichtbar“ neu aufgelegt. Zusätzlich will man den Firmen demnächst eine kostenlose Betriebsanalyse anbieten, bei der Berater Prozesse und Potenziale optimieren sollen.
Land reagiert verwundert
Beim Land weist man die WK-Kritik zurück. „Wir nehmen die Sorgen der burgenländischen Betriebe ernst. Das Burgenland verfolgt seit Jahren eine aktive Standort- und Wirtschaftspolitik mit klaren Schwerpunkten auf Energieunabhängigkeit, Fachkräfte, Infrastruktur und regionale Wertschöpfung und investiert massiv in Entlastung und Standortpolitik“, sagt Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ).
Hunderte Jobs geschaffen
Allein im Vorjahr seien 412 Projekte mit 18,7 Millionen Euro unterstützt und damit Investitionen von mehr als 118 Millionen Euro ausgelöst worden. „Rund 4400 Arbeitsplätze konnten abgesichert und über 300 neue Jobs geschaffen werden. Dazu kommen 1592 Unternehmensgründungen und ein Rückgang bei den Insolvenzen im Burgenland um 24 Prozent“, wird betont.
Lehrlingsausbildung: Kritik an der Arbeiterkammer
Abseits davon wehrt sich die Wirtschaftskammer nun gegen die Aussagen der Arbeiterkammer hinsichtlich des Rückgangs bei Lehrstellen und der Ausbildungsqualität – die „Krone“ berichtete. Hier seien österreichweite Zahlen und allgemeine Vorwürfe herangezogen worden, die der tatsächlichen Situation im Burgenland nicht gerecht würden: „Tatsache ist: In den vergangenen fünf Jahren gab es im Burgenland keine einzige Meldung über schwere Missstände in Lehrbetrieben.“
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