ÖLV-Rekord feiert 40er

Ofensetzer gelang ein Luftsprung für die Ewigkeit

Sport
19.05.2026 19:00

Ein österreichischer Leichtathletik-Rekord feiert in diesen Tagen seinen 40er. Der Kramsacher Markus Einberger verbesserte am 18. Mai 1986 den heimischen Hochsprung-Rekord um sechs Zentimeter auf 2,28 Meter: „Heute würde man mich mit dieser Bestleistung zu großen Meetings einladen.“

Hochspringer Markus Einberger sorgte beim Pfingstmeeting 1986 in Schwechat für einen Meilenstein in der österreichischen Leichtathletik. Der 22-jährige Kramsacher übertraf am 18. Mai 1986 mit 2,23 m, 2,25 m und 2,28 m gleich dreimal den alten Rekord von Wolfgang Tschirk (2,22 m): „Ich habe schon beim Einspringen gespürt, da geht was.“

Die Heimatliebe hatte den Bruder von Bob-Pilot Kurt Einberger beflügelt. Markus hatte zuvor wochenlang in Bulgarien im Team der damaligen Weltrekordlerin Ljudmila Andonowa trainiert: „Ich war heilfroh, wieder in Österreich zu sein.“

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Ich habe die Latte hauchdünn mit der Ferse gerissen. Leider bin ich schlampig mit verschränkten Unterschenkeln gesprungen

Dass die 2,28 Meter ein Luftsprung für die Ewigkeit sind, hätte er sich nicht gedacht. Er selbst hätte in Schwechat eine größere Höhe in den Beinen gehabt: „Ich habe die Latte hauchdünn mit der Ferse gerissen. Leider bin ich schlampig mit verschränkten Unterschenkeln gesprungen.“

Danach kam der gelernte Ofensetzer nicht mehr an seine Bestleistung heran, ein Achillessehnenriss bei den Staatsmeisterschaften im Juli 1988 läutete das Ende der Karriere ein: „Ich wollte da das Olympia-Limit (Anm. 2,30 Meter) schaffen, danach bin ich nur noch für den Verein bei nationalen Wettkämpfen angetreten.“

 „Ein paar Tausend Schilling im Jahr“
Reich wurde der Heeressportler mit dem ÖLV-Rekord übrigens nicht. Österreichs Leichtathletik-Verband schenkte ihm Satz Golddukaten, Sponsoren zahlten ihm mit „ein paar Tausend Schilling im Jahr“ ein besseres Taschengeld.

Österreichs Rekordmann erhielt auch keine lukrative Einladungen zu Meetings. Die weltbesten Hochspringer wie der Schwede Patrik Sjöberg, der Deutsche Carlo Thränhardt und der Kubaner Javier Sotomayor gewannen in dieser Ära mit 2,40 und höher die Bewerbe.

Heute wäre der Vater von drei Töchtern mit seinen 2,28 Metern absolute Weltklasse. Er wäre damit bei der Leichtahtletik-WM 2025 in Tokio auf Platz fünf gelandet.

Kegeln und Motorrad
Der 1,95-Meter-Riese hat aber längst nichts mehr mit dem Hochsprung und der Leichtathletik zu tun: „Ein Knie ist kaputt, eigentlich müsste ich es operieren lassen. Ich bin jetzt auch 20 Kilo schwerer.“

Langweilig wird Einberger in der Pension aber nicht. Er begeistert sich seit 35 Jahren für den Kegelsport, mit dem KC Kramsach spielt er Meisterschaft. Und wenn es das Wetter erlaubt, ist er  mit dem Motorrad auf Pässen unterwegs.

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