Trotz Fachkräftemangel

Immer weniger Betriebe bilden Lehrlinge aus

Burgenland
19.05.2026 06:00

Die Arbeiterkammer Burgenland schlägt Alarm: Die Zahl der Lehrstellen in Betrieben geht stark zurück. Kritik gibt es auch an der Ausbildungsqualität. Rasche Maßnahmen werden deshalb gefordert. 

Laut dem aktuellen Lehrlingsmonitor der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) hat die Zahl der betrieblichen Lehrstellen bundesweit einen historischen Tiefstand erreicht: Mehr als 16.800 Plätze fehlen aktuell in Österreich. Auch im Burgenland sank das Angebot an offenen Lehrstellen im Jahresvergleich um 21 Prozent, während die Zahl der Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, spürbar zunimmt.

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Es muss dringend etwas passieren, sowohl für eine bessere Ausbildungsqualität als auch gegen den Fachkräftemangel.

AK Burgenland-Präsident Gerhard Michalitsch

Für den Lehrlingsmonitor wurden 6000 Lehrlinge österreichweit befragt. Mehr als ein Drittel der befragten Lehrlinge gab an, schlechte oder sehr schlechte Ausbildungsbedingungen zu erleben. „Es herrscht dringender Handlungsbedarf“, meint der burgenländische Arbeiterkammer-Präsident Gerhard Michalitsch. Die häufigsten Kritikpunkte: Das Verrichten von ausbildungsfremden Aufgaben, nicht abgegoltene Überstunden, Mobbing, sexuelle Belästigung und Probleme mit Mitarbeiten oder Vorgesetzten. „Dieses Potpourri an Missständen führt leider dazu, dass jeder vierte Lehrling nicht im erlernten Beruf bleiben möchte“, erklärt AK-Lehrlingsexpertin Jasmin Katzensteiner.

Klare Qualitätskriterien gefordert
Was es laut Michalitsch nun braucht, sind klare Qualitätskriterien. Alle Lehrbetriebe sollten verpflichtend einen Ausbildungsplan erstellen. Bessere Bezahlung, modernere Abschlussprüfungen und eine breitere Ausbildung sollen die Lehre zusätzlich attraktiver machen. „Wichtig ist auch, dass das AMS genügend Geld erhält, um die Lehrlings-Situation zu stabilisieren“, verlangt Michalitsch.

Image der Lehre steigt
Der aktuelle Lehrlingsmonitor zeigt aber auch Positives: So steigt das Image der Lehre und ist aus Sicht der Befragten mittlerweile fast so gut wie jenes der Matura. Zu den Berufen mit den besten Rahmenbedingungen zählen Industriekaufmann und Rauchfangkehrer, zu den am schlechtesten bewerteten gehören Medienfachmann, Tischlerei und Gastronomiefachmann.

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