Streit in Rudersdorf

Seniorenhaus: Neue Vorwürfe und Petition gegen Aus

Burgenland
16.05.2026 11:00

Die neuerliche Aufnahme von Bewohnern im Seniorenhaus bringt Betreiberin heftige Kritik ein. Gleichzeitig will die ÖVP mit einer Petition um den Fortbestand des Hauses kämpfen

Die Debatte rund um das Seniorenhaus Wagner spitzt sich weiter zu. Nachdem das Land die Tagsatzvereinbarung mit Ende Juli gekündigt hatte, sorgt nun die neuerliche Aufnahme von Bewohnern für heftige Reaktionen. Für Soziallandesrat Leonhard Schneemann (SPÖ) ist dies ein „nicht vertretbares Vorgehen“. „Es ist an moralischer Fragwürdigkeit kaum zu überbieten, neue Bewohner aufzunehmen, obwohl bereits feststeht, dass sie wenige Wochen später erneut ihre gewohnte Umgebung verlassen müssen“, erklärt Schneemann. Wer in dieser Situation weiterhin Plätze nachbesetze, stelle wirtschaftliche Interessen über das Wohl der Menschen.

Land sucht individuelle Lösungen für Bewohner und Mitarbeiter
Gleichzeitig betont das Land, Bewohner, Angehörige und Beschäftigte weiterhin eng zu begleiten. Die Fachabteilung organisiere individuelle Lösungen und unterstütze Mitarbeiter bei der Suche nach neuen, wohnortnahen Arbeitsplätzen. In Rudersdorf selbst wächst indes der Widerstand gegen das drohende Aus der Einrichtung.

ÖVP fordert Erhalt des Hauses
Bereits zu Wochenbeginn hatte die ÖVP an das Land Burgenland appelliert, die Entscheidung nochmals zu überdenken und gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen für den Fortbestand des Hauses zu suchen. Gleichzeitig haben die Vertreter der Volkspartei nun einen Antrag auf Aufnahme in die Tagesordnung der nächsten Gemeinderatssitzung eingebracht, um eine „Petition für den Erhalt des Seniorenhauses Wagner“ zu beschließen. Darin soll sich der Gemeinderat „mit Nachdruck für den Erhalt des Seniorenhauses als wohnortnahe Pflege- und Betreuungseinrichtung“ aussprechen.

Gefordert werden Gespräche mit Betreiberin, Mitarbeitern, Bewohnern, Angehörigen und Gemeinde sowie eine Verlängerung der Fristen bis zum Abschluss der laufenden Rechtsverfahren. In der Petition wird vor allem auf die Folgen für Bewohner und Angehörige verwiesen. Viele ältere Menschen würden ihr gewohntes Umfeld, soziale Kontakte und wichtige Bezugspersonen verlieren. Gerade im hohen Alter seien „Stabilität, Sicherheit und ein gewohntes Umfeld von besonderer Bedeutung“.

Sorge um Bewohner und Arbeitsplätze
Auch die negativen Auswirkungen auf die Gemeinde werden thematisiert. Arbeitsplätze seien gefährdet, zudem drohten finanzielle Einbußen und der Verlust eines wichtigen Teils der sozialen Infrastruktur. Wörtlich heißt es: „Pflege und Betreuung älterer Menschen dürfen nicht ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden.“

Bürgermeister David Venus (SPÖ) wollte sich auf Anfrage der „Krone“ ebenso wie Betreiberin Petra Wagner zu den jüngsten Entwicklungen nicht äußern.

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