Trotz „Nein“ bei der Volksbefragung bekommt Forchtenstein nun doch einen Pflegestützpunkt. Dafür ist weiter unklar, was mit dem Spar-Areal passiert. Die Parteien sind komplett gespalten.
Rückblick: Vor rund drei Jahren kaufte die Gemeinde Forchtenstein das Gelände der früheren Spar-Filiale. Geplant war, dort einen Pflegestützpunkt des Landes zu errichten. Doch von ÖVP und FLF kam Widerstand, die ganze Sache endete in einer Volksbefragung, die gegen das Vorhaben ausging. Stattdessen sollte dann an dem Standort ein von ÖVP und FLF forciertes Projekt umgesetzt werden, das Arztpraxen, Nahversorger, Gastronomie und Veranstaltungssaal vorsieht. Doch seit einem Jahr ist nichts passiert. Viele fragen sich, warum.
Neuer Standort
Zuerst die gute Nachricht: Der Pflegestützpunkt kommt doch, aber an einem anderen Standort. Laut Bürgermeister Rüdiger Knaak (SPÖ) ist das Grundstück „Ziegelofen“ vorgesehen, Gespräche zwischen Eigentümer und Land sollen bereits laufen. Nach deren Abschluss soll auf dem Areal der Stützpunkt errichtet werden, die Kosten werden vom Land getragen.
Parteien sind weiterhin gespalten
Die weniger gute Nachricht: In Sachen Spar-Areal sind die Parteien weiter völlig gespalten. ÖVP und FLF (die eine Mehrheit im Gemeinderat haben) wollen dort ihr Projekt mit Arztpraxen und Gastronomie umsetzen. Dazu haben sie jetzt sogar einen Beschluss im Gemeinderat – ohne die Stimmen der SPÖ – gefasst. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Bürgermeister ein fertiges Konzept weiterhin blockiert“, sagt Christian Spuller (FLF). Laut ÖVP-Vizebürgermeister Oliver Biringer könnte ein Erstkonzept der Planungsfirma im Juni vorliegen, ein Baubeginn wäre Anfang 2027 denkbar. Schon jetzt führe man Gespräche mit Ärzten und Gastronomen.
Gesamtheitliches Konzept
Der Bürgermeister hingegen hat ganz andere Pläne. Geht es nach ihm, sollen am Spar-Areal Wohnungen entstehen und eventuell ein Kaffeehaus – um das Dorfzentrum zu beleben. Das ÖVP-FLF-Projekt ist aus seiner Sicht eine auf ein Objekt fokussierte Lösung, welche weder sinnvoll noch ökonomisch sei. Er habe die letzten Monate damit zugebracht, ein gesamtheitliches Konzept zu erstellen.
Hohe Kosten?
Dieses sieht neben den Wohnungen und dem Pflegestützpunkt auch einen Ort für Kunst und Kultur sowie einen Veranstaltungssaal beim „Ziegelofen“-Gelände vor. Außerdem sollen im Gebäude neben dem Gemeindehaus Ordinationen hineinkommen. Knaak kritisiert die Kosten für das ÖVP-FLF-Projekt: Diese würden sich laut erster Schätzung auf 3,6 Millionen Euro belaufen. Daran würde wohl noch eine ganze Generation Forchtensteiner „Schuldendienst“ leisten müssen, so Knaak.
Wie geht es nun weiter? Der Bürgermeister kündigt an, weiter Überzeugungsarbeit für seine Pläne leisten zu wollen. ÖVP und FLF werden wahrscheinlich dasselbe tun.
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