Tagsätze gekündigt

Ruf nach Lösungen für Seniorenhaus wird lauter

Burgenland
13.05.2026 06:00

In Rudersdorf wächst die Verunsicherung rund um das Seniorenhaus Wagner. Nun fordern Gemeindevertreter mehr Zeit und Lösungen für Bewohner, Beschäftigte und den Standort.

Die Debatte rund um das Seniorenheim Wagner in Rudersdorf geht weiter. Nachdem das Land die Tagsatzvereinbarung gekündigt hatte, wächst nun nach Kritik von Mitarbeitern und Angehörigen auch bei Gemeindevertretern die Unruhe. ÖVP-Vizebürgermeister Patrick Kainz zeigt sich über die Entwicklung „betroffen“ und „besorgt“. Für die Bewohner bedeute die Situation weit mehr als nur organisatorische Veränderungen. „Sie verlieren ihr gewohntes Umfeld, vertraute Bezugspersonen und ein wichtiges Stück Sicherheit.“ 

Das Land hatte die Entscheidung mit „moralisch fragwürdigen Vorkommnissen“ begründet. Betreiberin Petra Wagner weist die Vorwürfe zurück und hat mittlerweile Klage gegen das Land eingebracht.

Für viele Angehörige sei die Entwicklung nur schwer nachvollziehbar, betont Kainz. Zahlreiche Familien hätten sich bewusst für den Standort in Rudersdorf entschieden, um ihren Angehörigen Pflege im vertrauten Umfeld zu ermöglichen. Entsprechend groß sei nun die Verunsicherung“, sieht Kainz ebenso massive Folgen für die Gemeinde. Arbeitsplätze seien gefährdet, zudem verliere man einen wichtigen Teil seiner sozialen Infrastruktur.

„Pflege darf nicht nur eine Rechenfrage sein“
Auch finanziell drohen Auswirkungen: Laut Kainz könnten der Gemeinde jährlich rund 25.000 Euro an Kommunalsteuer entgehen. „Pflege darf nicht nur unter finanziellen Gesichtspunkten betrachtet werden. Gerade im ländlichen Raum braucht es wohnortnahe Betreuung, menschliche Verantwortung und politische Entscheidungen mit Augenmaß“, betont er.

Kritik übt er auch am SPÖ-Ortschef. „Als Bürgermeister müsste dieser auf der Seite von Betroffenen und Angehörigen stehen. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass Parteidisziplin wichtiger ist.“

Gleichzeitig appelliert Kainz an die Landespolitik, die Entscheidung zu überdenken und nach Lösungen für den Fortbestand zu suchen. „Zumindest braucht es eine Verlängerung der Frist, bis alle Verfahren abgeschlossen sind.“

Bürgermeister: „Zu wenig eingebunden“
Bürgermeister David Venus (SPÖ) weist die Vorwürfe zurück und betont, selbst nur eingeschränkt informiert zu sein. Er wolle „weder für den einen noch für den anderen Partei ergreifen“. Natürlich wäre es ihm „lieber“, wenn der Standort erhalten bleibe, Bewohner dort bleiben könnten und die Kommunalsteuer weiter an die Gemeinde fließe. Gleichzeitig vertraue er darauf, „dass die Entscheidung des Landes im Wohle der Allgemeinheit getroffen wurde“. 

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