Deutsche preschen vor:
Verbot von Lachgas und K.o.-Tropfen ab Sonntag
Die beliebte Partydroge Lachgas konnten Jugendliche in Deutschland bisher am Automaten oder im Internet kaufen. Damit ist ab Sonntag, dem 12. April, Schluss. Dann tritt nämlich ein Verkaufsverbot für Lachgas wie auch für K.-o.-Tropfen in Kraft.
Ab 12. April dürfen Lachgas-Kartuschen mit einem Füllvolumen von über acht Gramm nicht mehr in Kiosken oder an Automaten verkauft werden. Für Minderjährige gilt ein vollständiges Verkaufs- und Besitzverbot.
Online-Handel wird komplett verboten
Neben dem Verkaufsverbot für Unter-18-Jährige wird auch der Online-Handel mit der Partydroge vollständig untersagt. Entsprechende Änderungen im „Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz“ treten dann in Kraft.
Ärzte warnen vor Nervenschäden durch Lachgas
Lachgas wird inhaliert. Meist wird das Gas zuerst in einen Luftballon gefüllt, um es dann daraus zu inhalieren. Nach Angaben der Suchtprävention Nürnberg stehen die Behälter unter Druck, sodass bei direktem Konsum aus der Kapsel oder Flasche eine hohe Gefahr von Kälteverbrennungen und Lungenverletzungen besteht. Daher wird das Gas zuerst in Luftballons gefüllt, woraus es dann inhaliert wird. Besonders für junge Menschen ist der Konsum gefährlich: Mögliche Folgen sind Bewusstlosigkeit oder dauerhafte Nervenschäden.
Strikte Regeln auch für K.o.-Tropfen
Ein deutschlandweites Verkaufsverbot und Besitzverbot gilt ab 12. April auch für die als K.-o.-Tropfen bekannten Chemikalien Gamma-Butyrolacton und 1,4-Butandiol. „Da die Stoffe eine breite Anwendung, beispielsweise als Industriechemikalien, finden, sollen Verwendungen zu gewerblichen, industriellen oder wissenschaftlichen Zwecken jedoch erlaubt bleiben“, so die deutsche Bundesregierung.
Lachgas
- Distickstoffmonoxid – so der chemische Name – wird eingeatmet und gilt als Partydroge. Es ist ein farbloses, süßlich riechendes Gas, das als Narkosemittel in der Medizin, Treibgas in der Lebensmittelindustrie (Sahnekapseln) und Rauschmittel eingesetzt wird.
- Es wirkt euphorisierend, birgt jedoch bei Konsum Risiken wie Sauerstoffmangel, Nervenschäden und Erfrierungen. Es ist ein starkes Treibhausgas.
- In Europa wird der Freizeitkonsum von Lachgas als zunehmendes gesundheitliches Problem betrachtet, da er zu schweren, teils reversiblen neurologischen Schäden führen kann.
- Das deutsche Bundesland Hessen hatte das Thema im Sommer 2025 auf der Gesundheitsministerkonferenz in Weimar auf die politische Agenda gesetzt. Ziel war, den missbräuchlichen Konsum zu unterbinden und Prävention sowie Aufklärung zu stärken. In mehreren hessischen Städten wie Frankfurt und Kassel war der Verkauf an Teenager bereits verboten.
So sieht es in Österreich aus
Während Lachgas und Co. international immer mehr Länder den Riegel vorschieben, sieht man in Österreich die Sache etwas anders. Laut eines „Standard“-Berichts (Stand Sommer 2025) sei ein generelles Verkaufsverbot derzeit nicht geplant, wie das Gesundheitsministerium damals mitteilte. Lachgas falle weder unter das Suchtmittelgesetz noch unter die Kategorie psychotroper Substanzen und das solle sich auch nicht ändern. Stattdessen setzt die Regierung auf Prävention und Schadensminimierung.
In zahlreichen Automatenshops in Wien gehören Schlagoberskapseln längst zum festen Sortiment. Meistens nutzen Konsumenten diese aber nicht unbedingt zum Backen, sondern auch als Rauschmittel. Das Gas wird in großen Flaschen oder in Kapseln verkauft - ganz legal und rund um die Uhr erhältlich, ohne Alterskontrolle. Auch in Linz entdeckte die Linzer Lebensmittelaufsicht in mehreren Automatenshops Lachgas-Dosen, die sogar mit Geschmacksrichtungen wie Kokos oder Erdbeere warben.










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