Malaria grassiert in Afrika weiterhin, sie ist eine der häufigsten Todesursachen für Kinder. Ein Immunisierungsprogramm mit dem weltweit ersten Impfstoff gegen Malaria in drei afrikanischen Ländern hat jetzt einen bemerkenswerten Erfolg erzielt: Einer von acht Todesfällen wurde verhindert.
Die Studie wurde in den Ländern Ghana, Kenia und Malawi in insgesamt 158 einzelnen Gebieten durchgeführt. Diese Gebiete wurden nach dem Zufallsprinzip eingeteilt in die Untersuchungsgruppe, in der der Malaria-Impfstoff RTS,S/AS01E zum Standard-Impfangebot für Kleinkinder gehörte, und eine Vergleichsgruppe, in der dies nicht der Fall war. Die Malaria-Impfungen wurden – auf freiwilliger Basis – bei Kindern in Ghana und Kenia im Alter von sechs, sieben, neun und 24 Monaten durchgeführt, bei Kindern in Malawi im Alter von fünf, sechs, sieben und 22 Monaten.
Sterblichkeitsrate deutlich gesenkt
Im Untersuchungszeitraum 2019 bis 2023 erhielten insgesamt fast 1,3 Millionen Kinder die erste Impfdosis, bei den folgenden zwei Impfrunden waren es etwas weniger. Die vierte Impfdosis wurde nur noch rund 430.000 Kindern verabreicht, was nur knapp 40 Prozent aller infrage kommenden Kinder waren. Bei allen Kindern, die dem Alter nach drei Impfdosen hätten erhalten können, war die Todesrate in der Untersuchungsgruppe um 13 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe.
Noch bessere Werte möglich
Diese Wirkung könne womöglich erhöht werden, wenn die vierte Dosis im Alter von zwei Jahren häufiger verabreicht würde, schrieben die Studienautoren im Fachjournal „The Lancet“. Insbesondere in Haushalten mit geringem Einkommen und in den Gebieten, wo Malaria am häufigsten vorkommt, sei das zu erwarten.
Die reale Belastung durch malariabedingte Sterblichkeit sei schwer direkt zu erfassen, erläutert das Team um Victor Mwapasa von der Kamuzu University of Health Sciences in Blantyre (Malawi) und Kwaku Poku Asante von der London School of Hygiene & Tropical Medicine in London. „Viele Todesfälle treten zu Hause ein, bevor eine ärztliche Diagnose möglich ist; selbst im Krankenhaus lässt sich oft schwer feststellen, ob Malaria eine direkte oder mitwirkende Todesursache war oder eine zufällige Infektion.“
Die Forscher ermittelten deshalb die allgemeine Sterblichkeit aller Kinder in den untersuchten Gebieten im impfberechtigten Alter, ausgenommen wurden nur Tode durch Verletzungen. Weil die Bedingungen der untersuchten Gruppe und der Vergleichsgruppe sonst weitgehend gleich waren, gehen die Unterschiede in der Todesrate vermutlich auf die Malaria-Impfung zurück.
Zehntausende Helfer dokumentierten
Um Todesfälle zu dokumentieren, arbeiteten die Forscher mit einem Netzwerk aus mehr als 26.000 lokalen Berichterstattern, die Todesfälle in ihren Kommunen meldeten. Mitglieder des Forschungsteams besuchten die Familien der toten Kinder, um etwas über die Todesursachen zu erfahren. Zudem wurde sorgfältig überwacht, ob andere Maßnahmen, die die Sterblichkeit beeinflussen könnten, in Anspruch genommen wurden.
Dabei zeigte sich laut den Wissenschaftlern, dass die Impfquote für andere Routineimpfungen, die Verwendung insektizidbehandelter Moskitonetze und der Zugang zur Gesundheitsversorgung in den Untersuchungs- und Vergleichsgebieten während des gesamten Untersuchungszeitraums vergleichbar waren.
Eine Zusammenfassung der Studie finden Sie hier:
„Impfeinsatz beschleunigen“
Die Forscher sehen es deshalb als erwiesen an, dass die Malaria-Impfungen etwa einen von acht Todesfällen durch Malaria im Untersuchungsgebiet verhindern konnten. „Die Ergebnisse unterstreichen die Dringlichkeit, den Einsatz von Malaria-Impfstoffen in Gebieten Afrikas zu beschleunigen, in denen Malaria weiterhin eine der Hauptursachen für Kindersterblichkeit ist“, heben die Studienautoren hervor.
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