Kreislaufwirtschaft

Astronautin erklärt: So kann man am Mars überleben

Steiermark
07.05.2026 18:45

Vorhandene Materialien verwenden, um Neues daraus herzustellen: Die österreichische ESA-Astronautin erklärte beim Circular Economy Summit Austria am Mittwoch die Bedeutung von Kreislaufwirtschaft im Weltraum. Ohne derartige Technologien ist eine Reise zum Mars quasi unmöglich.

„Ich glaube, es war beim Anschauen von Star Wars als ich mir das erste Mal dachte, dass ich ins Weltall fliegen möchte“, verrät Carmen Possnig, Ersatzastronautin bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA). Seither schlummert dieser Traum in der inzwischen 38-jährigen Kärntnerin.

Dass ein Medizinstudium der erste Schritt in die richtige Richtung ist, wusste sie damals noch nicht: „Der Beruf der Ärztin hat mich einfach fasziniert.“ Im Studium in Graz traf sie auf einen Professor, der im Bereich der Weltraum-Medizin forschte. „Erst so wurde mir bewusst, dass sich diese beiden Bereiche miteinander verbinden lassen“, erinnert sie sich zurück.

Der Beginn einer Erfolgsgeschichte
Der erste Kontakt mit der ESA ergab sich dann 2017, als die Medizinerin als Teil einer Forschungsgruppe rund 13 Monate in der Antarktis verbringen durfte. „Zwei meiner Kollegen sagten, dass sie sich bei der nächsten Astronautenausschreibung bewerben möchten und waren davon überzeugt, dass sie das auch schaffen. Dann dachte ich mir, na ja, wenn die das können, dann kann ich das auch.“

Carmen Possnig könnte die erste Österreicherin im Weltall sein.
Carmen Possnig könnte die erste Österreicherin im Weltall sein.(Bild: Jürgen Fuchs)

Gemeinsam mit 22.500 weiteren Bewerbern kämpfte Possnig im Jahr 2021 schließlich um einen der heiß begehrten Ausbildungsplätze für Astronauten bei der ESA – mit Erfolg! 2022 wurden sie und 16 weitere Ausgewählte offiziell als Ersatzastronauten vorgestellt. Bei der nächsten Mission der ESA könnte die 38-Jährige also an Board sein und so zur ersten Österreicherin im Weltall werden.

Keine Mars-Mission ohne Kreislaufwirtschaft
Bis dahin erforscht sie, wie Menschen im All gesund und fit bleiben können. Daneben spielt das Thema Kreislaufwirtschaft eine große Rolle: „Wir arbeiten daran, mit dem, was wir beispielsweise am Mars vorfinden, Dinge herzustellen, die Astronauten dort benötigen.“ Eine Mission zum Mars liege zwar noch etwa 20 Jahre in der Zukunft, ohne eine derartige Kreislaufwirtschaft sei sie aber nie möglich. Konkret gehe es darum, aus am Mars vorhandenen Materialien Treibstoff, Sauerstoff, Wasser oder auch Nährstoffe herzustellen. Denn: „Eine Mission zum Mars würde etwa drei Jahre dauern. Dafür kann man nicht so einfach alles Notwendige von der Erde mitnehmen“, erklärt die Astronautin.

Zitat Icon

Aber wenn man sein Leben lebt und sich immer wieder selbst herausfordert, dann ist es ein spannendes Leben, egal ob man am Ende auch Astronaut wird.

Carmen Possnig, ESA-Ersatzastronautin

Das Thema Kreislaufwirtschaft war auch Anlass für Possnigs Besuch in Graz. Es stand im Mittelpunkt des Circular Economy Summit Austria, das am Mittwoch bei der Wirtschaftskammer Steiermark stattfand und diverse Experten zu den Themen Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft zusammenbrachte – zwei Gebiete, auf denen sich die Wirtschaftskammer stark positioniert.

Kindern, die denselben Traum wie Possnig hegen, rät die Astronautin: „Man muss das Abenteuer mögen und Risiken gut einschätzen können. Also ein paar Erfahrungen zu haben, wo man sich selbst herausfordert, an seine Grenzen geht und diese vielleicht auch überschreitet, ist gut. Aber am Ende ist es trotzdem extrem unwahrscheinlich, dass man wirklich Astronaut wird. Auch für mich war es nie wirklich realistisch, dass es funktionieren wird. Aber wenn man sein Leben so lebt und sich immer wieder selbst herausfordert, dann ist es interessant und dann ist es ein spannendes Leben, egal ob man am Ende auch Astronaut wird.“ Den Traum aufgeben darf man dennoch nie, das weiß die 38-Jährige. Denn obwohl ein Ausflug ins All wohl noch länger auf sich warten lässt, steht für die Astronautin fest: „Das ist und bleibt mein Ziel und großer Traum.“

Am 24. Juni findet in Graz der Nachhaltigkeitstag der WKO Steiermark statt.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Steiermark
Top 3
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung