Erfolg bei Experiment

Schweiz: Forscher lösten Erdbebenserie aus

Wissen
29.04.2026 10:27
Porträt von krone.at
Von krone.at

Großer Jubel herrscht unter Forschern der ETH Zürich und ihrer internationaler Kollegen. Ihr Vorhaben, mittels hohem Wasserdruck im Tessiner Gotthardmassiv Mini-Erdbeben zu erzeugen, ist gelungen. Eine ganze Serie kleiner Erschütterungen, teilweise knapp unterhalb der Magnitude 0, wurde registriert. An der Erdoberfläche waren die Beben allerdings nicht spürbar.

Über mehrere Tage pressten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der ETH Zürich und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen) und des italienischen Nationalen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) Wasser mit hohem Druck in eine natürliche Bruchzone im „Bedrettolab“, einem Untergrundlabor in einem ehemaligen Baustollen des Furkatunnels. Ziel war es, kontrollierte Spannungsänderungen im Gestein auszulösen und damit gezielt Mikrobeben zu erzeugen. Genau das ist ihnen auch gelungen.

„Unglaubliche“ Signale gemessen
Dadurch konnte das Team die Entstehung eines Bebens direkt am Ursprungsort messen, anstatt wie üblich an der Erdoberfläche. Die dabei gewonnenen Signale seien „unglaublich“, erklärte Projektleiter Florian Amann von der RWTH Aachen. Man habe einen einzigartigen Einblick in die Erdbebenphysik erhalten.

Langfristig soll das Projekt mit dem Namen „FEAR“ („Fault Activation and Earthquake Rupture“) die Vorhersagbarkeit von Erdbeben verbessern. Die Forschenden wollen besser verstehen, was im Vorfeld eines Bebens passiert. Einem großen Beben gingen Tausende kleine Beben voraus, in deren Entwicklung viele Informationen steckten, erklärte Projektleiter Florian Amann von der RWTH Aachen. Die erzeugten Mikrobeben erlauben es, nachzuvollziehen, wie sich Spannungen auf- und abbauen.

Weitere Experimente in den kommenden Wochen
Bisher seien trotz jahrzehntelanger Suche keine verlässlichen Vorhersagesignale für Erdbeben gefunden worden. Da man nicht warten könne, bis am richtigen Ort ein Beben auftrete, löse man sie selbst aus, erklärte Stefan Wiemer von der ETH Zürich der Nachrichtenagentur Keystone-SDA im Vorfeld des Experiments.

Derzeit läuft das Wasser, das in die Störzone gepresst wurde, wieder aus dem Berg ab. Dann ist die aktuelle Phase des Experiments abgeschlossen. In den kommenden Wochen und Monaten stehen weitere Experimente sowie die Auswertung der enormen Datenmengen an.

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