Giftiger Rauch

Kiews Drohnen stürzen russische Stadt ins Chaos

Ausland
28.04.2026 17:14

Bereits das dritte Mal in diesem Monat ist die südrussische Hafenstadt Tuapse (Gebiet Krasnodar) zum Ziel ukrainischer Drohnen geworden. Die Ölraffinerie brennt, es herrscht eine Ausnahmesituation. Augenzeugen, die den Ernst der Lage benennen, werden mundtot gemacht.

„Die Nacht war schrecklich. Gewaltige schwarze Rauchsäulen schwelen über der Stadt. Es riecht nach Brand. Dabei gehen die Menschen in der Regel ohne Atemschutz oder nur mit einfachen medizinischen Masken herum. Man sagt, dass sie sich daran gewöhnt haben und den Geruch nicht mehr wahrnehmen: Das ist sehr gefährlich“, beschreibt die Korrespondentin Anastasija Trojanowa von dem unabhängigen Nachrichtenportal „Kredr“ die Lage. Sie beobachtet das Geschehen vor Ort: „Als jemand, der drei Tage hier ist, kann ich sagen, dass ich bereits Husten und Bindehautentzündung habe.“ Kurze Zeit nach der Veröffentlichung dieser Information sei die Journalistin festgenommen worden, berichtet „Kedr“. Sie werde aktuell verhört.

Auf dem Foto links ist die Journalistin Anastasija Trojanowa zu sehen:

Der Kiewer Generalstab bestätigte indes in sozialen Medien unter anderem einen erneuten Angriff auf die Raffinerie in Tuapse. Das Unternehmen sei an der Versorgung der russischen Streitkräfte in der Ukraine beteiligt, hieß es zur Begründung. Kampfdrohnen hätten das Gelände der Anlage getroffen und ein Feuer sei ausgebrochen. Gebietsgouverneur Weniamin Kondratjew sprach von einer ernsthaften Notfallsituation. Zahlreiche Menschen mussten evakuiert werden. Der Bürgermeister von Tuapse, Sergej Bojko, führte in einem Beitrag aus, dass die Flammen auf Wohnviertel in der Nähe der Ölraffinerie übergreifen könnten.

Menschen und Tiere leiden
Ölanlagen der Stadt waren schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe. Seit Wochen kommt es deswegen zu Bränden und auch zu schweren Umweltschäden. Zuletzt war es über mehrere Tage nicht gelungen, ein Feuer zu löschen, und Behörden riefen Menschen dazu auf, Aufenthalte im Freien zu vermeiden. Grenzwerte für Benzol, Xylol und Ruß in der Luft wurden selbst nach offiziellen Angaben um das Doppelte bis Dreifache überschritten. Als es regnete, schlugen sich die Ölpartikel in der Luft in schwarzen, schmierigen Flecken nieder, die Häuser und Autos verschmutzten – auch Menschen und Tiere litten darunter. Ölprodukte gelangten auch ins Schwarze Meer.

Freiwillige nehmen sich den Vierbeinern an:

Drei Tote in Grenzregion Belgorod
Aus dem russischen Gebiet Belgorod an der Grenze zur Ukraine werden Tote gemeldet. Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow zufolge überlebten drei Menschen die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe nicht. Demnach erlag ein Mann im Dorf Wosnessenowka bei einem Einschlag in ein Auto seinen Verletzungen. Im Dorf Bobrawa seien eine Frau und ein Mann ebenfalls bei einem Einschlag in ein Auto ums Leben gekommen, ihr 16-jähriger Sohn, der demnach auch in dem Fahrzeug saß, sei ins Krankenhaus gebracht worden. Bei einem anderen Einschlag seien zwei Menschen verletzt worden.

Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, dass in der Nacht 186 ukrainische Drohnen abgewehrt worden seien – auch über den Gebieten Krasnodar und Belgorod. Zu Schäden macht das Ministerium keine Angaben.

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