Psychologische Hilfe

Nach Mord an Schule ist am Montag kein Unterricht

Oberösterreich
14.06.2026 16:21

Im Schatten des grauenhaften Femizids, der seit Freitag über der Gemeinde und der Mittelschule in Taufkirchen an der Pram hängt, war am Sonntag ein Runder Tisch einberufen worden. Dabei ist über die weitere Vorgehensweise beratschlagt worden. Mit dem Ergebnis, dass die Schule am Montag zwar geöffnet sein wird, allerdings kein Unterricht stattfinden wird. Stattdessen gibt es psychologische Unterstützung und Aufarbeitung.

Eine 28-jährige Lehrerin war – wie berichtet – am Freitag von einem Kollegen (29) in der Bibliothek der Bilger-Breustedt Mittelschule in Taufkirchen mit Dolchstichen und mehreren Pistolenschüssen getötet worden. Wahrscheinliches Motiv: Eifersucht, weil sie seine fortwährenden Avancen abgewiesen hatte und eine Partnerschaft eingegangen war.

Vertreter der Schulleitung, der Krisenhilfe Oberösterreich, der Schulpsychologie, des Schulerhalters und der Bildungsdirektion beratschlagten am Vatertag, welche notwendigen Vorbereitungen für die kommende Schulwoche getroffen werden sollen. Denn Trauer und Schock sitzen bei Lehrern, Eltern und Schülern nach der Tat offenbar tief.

„Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler sowie auch die Lehrkräfte in dieser belastenden Situation bestmöglich zu begleiten und ihnen einen behutsamen Wiedereinstieg in den Schulalltag zu ermöglichen“, erklärt Bildungsdirektor Alfred Klampfer.

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Was in der MS Taufkirchen geschehen ist, macht uns fassungslos und erfüllt uns mit großer Betroffenheit.

OÖ-Bildungsdirektor Alfred Klampfer

Der Montag werde daher ganz im Zeichen des Ankommens, des Austauschs und der gemeinsamen Verarbeitung des Geschehenen stehen. „Im Mittelpunkt stehen Gespräche in den Klassen mit den Klassenvorständen und den Krisenteams.“

Vor dem Schuleingang wurden Blumen, Briefe und Kerzen zum Gedenken an die getötete Lehrerin ...
Vor dem Schuleingang wurden Blumen, Briefe und Kerzen zum Gedenken an die getötete Lehrerin hinterlegt.(Bild: Pressefoto Scharinger/Daniel Scharinger)

Ab Dienstag werde eine schrittweise Rückkehr in den Unterricht erfolgen. „Dieser wird in der kommenden Woche in reduziertem Umfang bis 11.30 Uhr stattfinden“, so der Bildungsdirektor.

Psychosoziale Unterstützung stehe während der gesamten Woche für Schüler, Lehrer und Eltern zur Verfügung. Für die Erziehungsberechtigten wurden zusätzliche Gesprächsmöglichkeiten eingerichtet.

Klampfer: „Zum Abschluss der Woche ist dann ein gemeinsamer Trauergottesdienst für die Schülerinnen und Schüler und ihre Lehrkräfte vorgesehen“.

Die Bibliothek, die bekanntlich Schauplatz der grauenhaften Ermordung der 28-jährigen Pädagogin war, wird im Sommer baulich umgestaltet und künftig auch nicht mehr als solche genutzt.

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