Vally Wieselthier

Mondäne Köpfe in Wien und Aufzüge in Manhattan

Kultur
29.04.2026 07:00

Aus Vally Wieselthiers Nachlass zeigt das Museum für angewandte Kunst in Wien in der Schau „Bild und Ton“ berühmte Keramikskulpturen der Star-Designerin.

Sie war mondän und extravagant, ein Superstar der Wiener Gesellschaft und der Salons der zwanziger und dreißiger Jahre: Vally Wieselthier, 1895 geborene Tochter eines Hofadvokaten, brachte mit 16 die provokante Mappe „Das Leben der Dame“ heraus und teilte den Eltern mit, dass sie nie heiraten werde. Ihr Image als „leading woman artist“ war ihr wichtiger.

Als Schülerin Josef Hoffmanns, Kolo Mosers, Michael Powolnys und unter dem Einfluss Dagobert Peches stieg sie zur Star-Designerin der legendären Wiener Werkstätte auf. Bald durften ihre Skulpturen, Reliefs, Geschirre, Öfen und Kamine in keinem Nobelhaushalt fehlen.

1928 holte das Metropolitan Museum sie zur Internationalen Keramikschau nach New York, wo sie ein Atelier eröffnete. Skurriles Detail: 1938 warf die Louisiana State Uni sie hinaus, weil sie kurze Hosen trug! Präsident Roosevelt persönlich intervenierte. Bis zum Lebensende 1945 feierte sie Triumphe – mit Mode, Stoffdesign, Keramik u. a. für Liftverkleidungen in Manhattan, als Grafikerin.

Das MAK erhielt nun von US-Nachfahren zwei Teilnachlässe: 160 Objekte! Reinald Franz und Anne-Katrin Rossberg kuratierten daraus die MAK-Schau. Eine sehenswerte Revue expressiv-wilder, elegant-dekorativer Objekte der Wiener & New Yorker Roaring Twenties bis vierziger Jahre (bis 10. Jänner).

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