Direktor Herbert Föttinger verabschiedet sich am Mittwoch mit einer Uraufführung vom Theater in der Josefstadt. Er spielt selbst die Hauptrolle in Peter Turrinis „Was für ein schönes Ende“.
Es war ein Leben zwischen hellem Licht und großer Dunkelheit. Ein Leben, das 1749 im jüdischen Ghetto Venedigs begann, seinen Höhepunkt am Wiener Hof als bejubelter Dichter fand und 1838 im fatalen Scheitern als herumtingelnder Brandyverkäufer in den USA endete.
Der wechselhafte Lebenslauf von Lorenzo Da Ponte beschäftigt Schriftsteller Peter Turrini seit vielen Jahrzehnten. Bereits vor 20 Jahren hat er dieses Dasein „zwischen Erhabenheit und Lächerlichkeit“ in ein Drama verpackt. Nun hat er den Stoff für das Theater in der Josefstadt in eine Neufassung gegossen, bei der die Beziehung Da Pontes zu seiner Frau Nancy Krahl in den Mittelpunkt gerückt wird.
Kongenialer Mozart-Librettist
„Was für ein schönes Ende“ in der Regie von Janusz Kica trägt den Abschied nicht nur im Titel. Die Uraufführung am 29. April ist die letzte Premiere in der Ära Föttinger, in der sich der scheidende Direktor selbst in der Rolle des kongenialen Mozart-Librettisten besetzt hat. An seiner Seite Maria Köstlinger als Da Pontes Frau Nancy Krahl. Dazu sind Josefstadt-Lieblinge wie Raphael von Bargen und Marcello De Nardo in dieser Abschiedsproduktion zu sehen, auch Doyenne Marianne Nentwich gibt sich die Ehre.
Dass Föttinger für sein Finale eine Turrini-Uraufführung gewählt hat, ist nur allzu konsequent, war der aus Kärnten stammende Schriftsteller in den vergangenen Jahren doch quasi der Haus-Dramatiker der Josefstadt. Auch bestand ein Drittel der insgesamt 288 Produktionen der 20 Jahre dauernden Föttinger-Direktion in Ur- und Erstaufführungen.
Das Leben als komische Katastrophe
Der Stoff selbst birgt jedenfalls genug Dramatik für ein furioses Finale. Allzu düster dürfte es dennoch nicht zugehen, wie Peter Turrini im Vorfeld der Premiere verriet: „Mein Motto, dass dieses Leben eine komische Katastrophe sei, gilt auch für mein dramatisches Tun: Ich hoffe, dass Sie, geschätztes Theaterpublikum, bei diesem sehr ernsten Stück einiges zum Lachen haben.“
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