Meer so heiß wie nie

Fast ganz Europa 2025 von Extremwetter geplagt

Ausland
29.04.2026 07:21
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Jahr 2025 war durch viele negative Rekorde geprägt, wie der aktuelle Copernicus-Klimabericht zeigt. Rekord-Hitzewellen, extreme Stürme und Hochwasser nehmen in Europa zu. Die Meeresoberfläche ist so heiß wie nie. Aber auch die Solarenergie konnte einen Rekordwert erreichen.

Die durchschnittliche Temperatur an der Meeresoberfläche sei zum vierten Mal in Folge rekordhoch gewesen, heißt es in dem Bericht. Brände hätten mehr als eine Million Hektar verbrannt, so viel wie nie zuvor. Nie seit Beginn der Aufzeichnungen hätten Deutschland, Spanien, Zypern, Großbritannien und die Niederlande so hohe Waldbrandemissionen erlebt. 70 Prozent der Flüsse hätten verglichen mit dem langjährigen Mittel weniger Wasser geführt.

Eisschild Grönlands schmilzt rasant
Mindestens 95 Prozent des Kontinents hätten überdurchschnittlich hohe Temperaturen erlebt, mit 21 Hitzetagen in Folge in Norwegen, Schweden und Finnland. Im Polarkreis sei es teils mehr als 30 Grad warm gewesen. Die Schneebedeckung habe fast ein Drittel unter dem langjährigen Mittel gelegen, das grönländische Eisschild habe 139 Milliarden Tonnen Eis verloren.

Die Infografik zeigt den durchschnittlichen Temperaturanstieg in verschiedenen Weltregionen über die letzten 30 Jahre. Die Arktis verzeichnet mit plus 0,75 Grad den größten Anstieg, gefolgt von Europa mit plus 0,56 Grad. Asien und Nordamerika liegen bei jeweils plus 0,46 und plus 0,42 Grad. Afrika, Mittel- und Südamerika sowie die Antarktis und Ozeanien liegen zwischen plus 0,23 und plus 0,36 Grad. Quelle: Copernicus.

1,5-Grad-Ziel vorübergehend nicht zu halten
Der Kontinent heize sich seit den 1980er Jahren doppelt so schnell auf wie die Welt als Ganzes, sagt WMO-Chefin Celeste Saulo. Für sie ist klar: „Der Rekordanstieg der Treibhausgase bedeutet, dass es in den nächsten Jahren praktisch unmöglich sein wird, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen.“ Das war ein Ziel der Weltklimakonferenz in Paris. 2024 lag der Wert bereits bei etwa 1,55 Grad über dem vorindustriellen Niveau, 2025 waren es 1,48 Grad. Wichtig seien robuste Klimaschutzmaßnahmen, um die Überschreitung so niedrig und so kurz wie möglich zu halten.

Dass die Temperaturen in Europa besonders stark steigen, liegt unter anderem daran, dass sich die atmosphärische Zirkulation geändert hat, sagt Samantha Burgess vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen. Das begünstige im Sommer Hitzewellen. Zudem sei die Luft sauberer geworden. Es gebe weniger kleine Partikel, an denen sich Wolken bilden. So erreiche mehr Sonnenstrahlung die Erdoberfläche.

Eine Chance durch den Klimawandel
Darin liege aber auch eine Chance: Die Produktion von klimafreundlicher Solarenergie könne weiter steigen. Sie konnte im Vorjahr bereits zu 12,5 Prozent den europäischen Strombedarf decken – ein neuer Rekordwert Wegen der schmelzenden Gletscher und niedrigen Wasserstände werde dagegen langfristig die Erzeugung von Energie aus Wasserkraft leiden. Konsequenzen könne es auch für Atomkraftwerke geben, wenn sie mangels Kühlwasser die Leistung vorübergehend drosseln oder Reaktoren abschalten müssen.

Schließlich warnen die Experten vor dem Verlust der Artenvielfalt durch den Klimawandel. Es werde in der EU zwar einiges getan. Aber: „Die Fortschritte in Europa müssen beschleunigt werden, damit mehr und bessere Maßnahmen zum Schutz der Natur und der biologischen Vielfalt ergriffen werden können“, teilten Copernicus und die WMO mit.

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