Volle Regale, frisches Brot, Gemüse aus der Region – für die meisten Österreicherinnen und Österreicher ist das selbstverständlich. Doch die Lebensmittelversorgung gerät zunehmend unter Druck. Eine neue Studie des Agrarministeriums zeigt, wie schnell Klimakrise, Blackout und Dürre die heimische Lebensmittelversorgung ins Wanken bringen könnten.
Im Rahmen der Sicherheitsstudie „Nationale Reserve“ wurden Szenarien untersucht, die längst keine düsteren Zukunftsvisionen mehr sind. Ein 72-Stunden-Blackout, der Ausfall fossiler Energieträger, fehlende ausländische Arbeitskräfte – und eine Dürre über zwei Jahre hinweg. Vor allem Letzteres lässt aufhorchen. Denn während ein einziges extremes Trockenjahr durch vorhandene Lagerbestände noch abgefedert werden könnte, würde ein zweites Dürrejahr die Versorgungslage kritisch werden lassen.
Die eigentliche Sicherheitsreserve wächst nicht hinter Stahltüren, sondern draußen auf den Feldern.
Norbert Totschnig, Agrarminister
„Sollten Krisen-Monitoring stärken“
„In Österreich werden in privatwirtschaftlichen Unternehmen große Mengen an Getreide und anderen Lebensmitteln gelagert, die eine Versorgung der Bevölkerung auch in Krisenzeiten sicherstellen können“, erklärt Projektleiterin Angelika Tisch. Statt teurer staatlicher Lebensmittelbunker empfiehlt die Expertin daher, die Zusammenarbeit mit solchen Firmen auszubauen und Krisen-Monitoring zu stärken.
„Bauern sind beste Krisenvorsorge“
Denn in den Silos befinden sich große Mengen an Grundnahrung – eine stille Reserve, die im Ernstfall Millionen Menschen versorgen könnte. Agrarminister Totschnig sieht darin die entscheidende Stärke des Landes und spricht von „unseren Bauern als bester Krisenvorsorge“. Mahnend fügte er hinzu: „Die eigentliche Sicherheitsreserve wächst nicht hinter Stahltüren, sondern draußen auf den Feldern. Und genau dort entscheidet sich künftig, ob das Land auch in der nächsten großen Krise satt bleibt.“
Forscher warnen vor falschem Sicherheitsgefühl
Forscher warnen dennoch davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Vertrocknete Böden, Hitzewellen und Wetterextreme setzen den Feldfrüchten immer stärker zu.
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