Eine Saison lang kann sich das Burgtheater noch mit Rücklagen über Wasser halten, danach könnten Budgetkürzungen drastische Veränderungen mit sich bringen.
In der Brust von Burgtheater-Direktor Stefan Bachmann schlagen zwei Herzen – ein höchst erfreutes und ein zutiefst besorgtes. Mit der aktuellen Spielzeit ist der Burg-Chef zufrieden: Künstlerisch sei da vieles aufgegangen, so Bachmann. Dazu hofft das Theater, die „magische Grenze“ von 400.000 Besuchern nach Langem wieder zu knacken. Auch die kommende Saison mit 23 Premieren und 56 Wiederaufnahmen in den vier Spielstätten erfreut den Theater-Direktor als „großer, bunter Querschnitt“. Stars wie Stefanie Reinsperger und Joachim Meyerhoff sind wieder zu sehen, Regie-Größen wie Frank Castorf und Barbara Frey erarbeiten Neues.
Was Stefan Bachmann betrübt, ist der Blick in die Zukunft: „Was zu hören ist, ist alles andere als beruhigend“, nahm er bei der Spielplanpräsentation Bezug auf drohende Einsparungen. Das Haus sei angewiesen worden, „Szenarien zu rechnen, die eine starke Veränderung des Burgtheaters bedeuten würden“. Von einer Erhöhung der Subvention geht niemand aus, vielmehr wisse man derzeit noch nicht, „wie es weitergeht“.
„Unter Tieren“ von Elfriede Jelinek, Regie: Nicolas Stemann, ab 4. 9.
„König Ubu“ von Alfred Jarry, Regie: Stefan Bachmann, ab 16. 10.
„Hotel Savoy“ von Joseph Roth mit Nicholas Ofczarek und der Musicbanda Franui, ab 7. 11.
„Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt, Regie: Ersan Mondtag, ab 19. 12.
„Furien“ von Martina Clavadetscher, Regie: Fritzi Wartenberg, Uraufführung: 28. 1.
„Kyoto“ von Joe Murphy & Joe Robertson, Regie: Philipp Stölzl, Erstaufführung: 26. 2.
„Macbeth“ von William Shakespeare, Regie: Barbara Frey, ab 4. 4.
„Die Strudlhof-Stiege“ von Heimito von Doderer, Regie: Frank Castorf, ab 13. 5.
„Merlin“ von Tankred Dorst, Regie: Antú R. Nunes, ab 5. 9.
„Die größere Hoffnung“ von Ilse Aichinger, Regie: Therese Willstedt, ab 22. 10.
„Treulose“ von Ingmar Bergman, Regie: Matthias Rippert, ab 20. 11.
„Ungeduld des Herzens“ von Stefan Zweig, Regie: Jan Bosse, ab 18. 12.
„A good House“ von Amy Jephta, Regie: Thomas Jonigk, Erstaufführung: 13. 2.
„Die Geburt der Maria Theresia aus Sicht ihrer Hebamme“ von Marie Schleef (Regie), Uraufführung: 14. 3.
„Die Aussprache“ von Miriam Toews, Regie: Mina Salehpour, Ö. Erstauff.: 24. 4.
„JETZT!27“ Leitung: Constance Cauers, ab 12. 5.
Sollten die Mittel drastisch weniger werden, müsse sich auch der gesetzliche Auftrag an das Haus ändern, spielt Bachmann den Ball an die Politik zurück. Die kommende Saison sei durch Rücklagen finanziert, wie es 2027 weitergeht, ist unklar.
Noch bleibt der Direktor optimistisch: „Ich glaube, dass das Theater mehr denn je eine gesellschaftsstärkende Wirkung hat, es ist ein Symbol für eine funktionierende Demokratie“, hob er hervor. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die Institution Burgtheater nachhaltig beschädigen wird.“
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