Der Teuerung zum Trotz lassen wir uns den Sommerurlaub nicht vermiesen – 94 Prozent planen laut dem aktuellen ÖAMTC-Reisemonitoring eine Reise. Jeder zweite Österreicher verbringt die Ferien dabei im eigenen Land.
Die Inflation, wieder angeheizt durch den Iran-Krieg, frisst sich durch alle Lebensbereiche – vom Supermarkt bis zur Tankstelle. Doch wenn es um den Sommerurlaub geht, zeigen sich die Österreicher erstaunlich trotzig: 94 Prozent wollen laut dem brandaktuellen ÖAMTC-Reisemonitoring verreisen. Eine Zahl, die aufhorchen lässt. Denn gleichzeitig wird so viel gerechnet, verglichen und gespart wie selten zuvor.
Die Realität ist klar: Der Urlaub wird nicht gestrichen – aber „angepasst“. 83 Prozent drehen an der Kostenschraube. Statt Vier-Sterne-Hotel wird die einfache Pension gebucht, statt täglichem Restaurantbesuch gibt es den Supermarkt-Snack.
Zum Meer kommt für viele auch Heimweh hinzu
Auch die Reisedauer schrumpft: Viele verabschieden sich vom klassischen Zwei-Wochen-Trip. Das Budget spricht eine deutliche Sprache: Durchschnittlich 1189 Euro pro Person stehen heuer zur Verfügung – 44 Euro weniger als 2025 noch. Besonders Familien geraten unter Druck und müssen jeden Euro zweimal umdrehen. Alleinreisende hingegen haben im Schnitt etwas mehr Spielraum – doch auch hier gilt: Luxus ist die Ausnahme geworden.
Trotz aller Sparmaßnahmen zieht es die Mehrheit ins Ausland. Viele planen eine Reise über die Grenzen hinweg. An der Spitze der Sehnsuchtsziele: Italien – unangefochten auf dem ersten Platz. Dahinter folgen „alte Bekannte“, Kroatien sowie Griechenland und Spanien. Eines hat sich trotz der Krise nämlich nicht geändert: Die Österreicher wollen wieder ans Meer. 59 Prozent bevorzugen den klassischen Badeurlaub. Städtereisen und Urlaub am See folgen mit deutlichem Abstand.
Der Wunsch nach Sonne, Entspannung und einer Auszeit vom Alltag ist stärker als jede Teuerungswelle. Doch auch das eigene Land erlebt ein kleines Comeback: Rund die Hälfte will zumindest teilweise oder auch zusätzlich – Mehrfachnennungen sind möglich (!) – zwischen Boden- und Neusiedler See Urlaub machen. Kärnten und die Steiermark liegen dabei gleichauf vorn. Der Grund ist klar: Nähe, Sicherheit – und vor allem die Planbarkeit der Kosten.
Teurer Sprit? „Ganz egal, wir fahren trotzdem.“
Ein besonders überraschender Befund: Trotz hoher Treibstoffpreise bleibt das Auto das Verkehrsmittel Nummer eins. Knapp sieben von zehn (siehe Grafik) steigen ins eigene Fahrzeug, um in den Urlaub zu starten. Selbst steigende Kosten bei Benzin oder Diesel können diesen Trend nicht brechen.
Flugreisen (36 Prozent) bleiben ebenfalls beliebt, während die Bahn (23 Prozent) eher im Mittelfeld liegt. Auffällig: Alleinreisende setzen deutlich häufiger auf Zug und Bus – wohl auch aus Kostengründen.
Hinter der ungebrochenen Reiselust steckt eine klare Entwicklung: Urlaub ist für viele kein Selbstläufer mehr, sondern eine strategische Entscheidung. Vergleichsplattformen, Frühbucherrabatte und Preis-Checks auf mehreren Geräten gehören längst zur Standard-Vorbereitung. „Wer jetzt schon gebucht hat, ist angesichts der aktuellen Entwicklungen klar im Vorteil“, betont ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek im Gespräch mit der „Krone“.
Unsere Zahlen zeigen klar, dass die Österreicher heuer sparen müssen, aber nicht ganz auf den Sommerurlaub verzichten wollen.

Yvette Polasek, ÖAMTC-Reiseexpertin
Bild: ÖAMTC/Christian Husar
Allen, die ihren Sommerurlaub erst buchen, empfiehlt die langjährige Kennerin, sich gut zu informieren und sich bei Pauschalreisen von erfahrenen Experten – etwa im Reisebüro des Vertrauens – beraten zu lassen. Finanzielle Überlegungen und Sicherheitsbedenken spielen immerhin eine immer größere Rolle – und sind oft der Grund, warum Reisen verkürzt, verschoben oder ganz abgesagt werden.
Service für Mitglieder bringt viele Vorteile
Mitglieder der heimischen Autofahrerklubs genießen übrigens einen besonderen Service: ÖAMTC-Mitglieder erhalten ihre Informationen beispielsweise in der App „Meine Reise“ gebündelt – von Notrufnummern über Länderinfos und Routenplaner bis hin zu Sehenswürdigkeiten-Empfehlungen. Zusätzlich erhält man bei den „Gelben Engeln“ kostenlos an jedem Stützpunkt ein Reise-Infoset zum jeweiligen Urlaubsland, um auch analog alles parat zu haben.
Das Fazit ist klar: Die Österreicher lassen sich auch heuer ihren Sommerurlaub nicht nehmen, aber sie setzen auf Verzicht und Planung. Der Koffer ist gepackt – das Börserl wird dünner.
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