Bei Kneissl daheim

„Glauben, ich habe komplett Verstand verloren“

Außenpolitik
27.04.2026 14:12

Die kremlnahen Trolle Wowan und Lexus (haben einst Wiens Bürgermeister Michael Ludwig getäuscht) besuchten Ex-Außenministerin Karin Kneissl in ihrem Holzhäuschen im russischen Dorf – und dokumentierten zwischen Küchenchaos und Putin-Souvenirs fleißig, wie ihr Alltag in der Provinz aussieht.

Mutig öffnet Österreichs Ex-Ministerin den beiden Comedians im Clip die Tür. Bekanntheit erlangten die russischen „Prankster“ vor allem mit ihren aufsehenerregenden Scherzanrufen. In ihr Visier geriet sogar Wiens Bürgermeister Ludwig (SPÖ): Er fiel auf ein Deepfake hinein, das Kiews Bürgermeister Witali Klitschko imitierte. Vorgeworfen wird Wowan und Lexus auch, dass sie Agenten des Kreml und des russischen Geheimdienstes seien.

Doch daran scheint sich Kneissl nicht zu stören: Sie sitzt entspannt mit den beiden in ihrer heimeligen, aber bescheidenen Küche und serviert türkischen Kaffee. Am Fensterbrett neben dem Tisch sticht das edel in Gold eingerahmte Bild ins Auge, das die Ex-Ministerin mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin bei ihrer Hochzeit zeigt.

Wowan und Lexus bei Kneissl in der Küche. Am Fensterbrett ein Foto mit Putin.
Wowan und Lexus bei Kneissl in der Küche. Am Fensterbrett ein Foto mit Putin.(Bild: Vovan and Lexus, Krone KREATIV)
Das ist das Foto.
Das ist das Foto.(Bild: Vovan and Lexus)

„Ich habe Österreich nur mit zwei Hunden und einem Koffer verlassen. Wer konnte wissen, dass das für immer sein würde“, erzählt die ehemalige Politikerin. Und fährt ohne Anstalten fort: „Einige Leute glaubten, dass ich komplett den Verstand verloren habe, weil ich in ein Dorf gezogen bin. Aber zum Glück bereue ich nicht, dass ich hier gelandet bin.“

Hier das Video zum Nachschauen:

„Ich war komplett verzweifelt“
Sie spricht von einem Wunder, die Möglichkeit gehabt zu haben, das Leben von vorne zu beginnen. Denn im März 2022 habe alles noch sehr düster ausgesehen. Damals habe das französische Außenministerium ihren Vermieter gezwungen, ihr die Wohnung zu kündigen.

„Ich war komplett verzweifelt. Ich habe mir gedacht: Wo kann ich überhaupt noch leben? Zehn Nächte lang habe ich nicht geschlafen“, zeigt sich Kneissl emotional. Ihr Hund – Boxer Winston – habe sie letztlich gezwungen, nicht aufzugeben: „Wegen ihm habe ich gesagt: Gut, wir können nicht mehr in Europa leben.“

Alltag am Hof im Jahr 2026
Alltag am Hof im Jahr 2026(Bild: Vovan and Lexus)

An Tieren schätzt die ehemalige Ministerin vor allem, dass man sie nicht belügen kann. „Als ich Ministerin war, war das erste, das ich gemacht habe: Ich habe erlaubt, Hunde und Katzen ins Büro mitzunehmen. Ich habe gesagt, alle, die wollen, können ihre Tiere mitbringen. Deswegen haben in der Früh um die 15 Hunde das Ministerium betreten“, plaudert sie aus dem Nähkästchen.

Was sich Kneissl für die Zukunft wünscht
In Russland dreht sie nun in der Früh und am Abend gemeinsam mit ihren Hunden, Katzen und Ponys ihre Runden. Ihre Hühner versorgen sie mit frischen Eiern und auch ein Pfau mit dem unerwartet luxuriösen Namen Salvatore Ferragamo lebt mittlerweile auf dem Grundstück.

Für die Zukunft wünscht sich Kneissl, dass der russische Himmel frei von Bedrohungen sein möge. „Keine Drohnen, keine Bomben“, bittet sie. „Mögen die Familien die Zukunft ihrer Kinder planen können. Möge die Jugend die Möglichkeit haben, zu reisen, wohin sie will. Denn Reisen ist wichtig“, so die ehemalige Außenministerin.

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