In seiner neuesten Kolumne fiebert „Krone“-Autor Harald Petermichl der Fußball-Weltmeisterschaft entgegen, die bald in Mexico City eröffnet wird. Allerdings sorgt er sich, ob denn auch genügend Fans kommen werden. Was wohl auch davon abhängt, was der amerikanische Präsident und der FIFA-Boss für Zukunftspläne haben.
Jetzt sind es tatsächlich nur noch 46 Tage, bis im frisch facegelifteten Aztekenstadion von Mexico City das größte Turnier aller Zeiten beginnen wird. Eigentlich heißt die Arena „Estadio Banorte“ und ist nach einem Finanzdienstleister benannt, der in den 1990er-Jahren in einen Geldwäscheskandal mit illegalen Drogengeschäften verwickelt war, erhält aber für die WM wieder ihren vertrauten Namen, denn schließlich gibt es weltweit kein anderes Stadion, in dem bereits je zwei WM-Eröffnungs- und Endspiele ausgetragen worden sind. Die Spannung vor dem dritten WM-Opening ist nur schwer auszuhalten und die Fußballwelt fiebert jetzt schon dem ewigen Klassiker Mexico gegen Südafrika entgegen. Spannender ist nur die Frage, ob der US-Präsident als Arzt oder als Messias verkleidet an der Veranstaltung teilnehmen wird.
Bei der WM 2010 gab es diese Eröffnungsspiel-Paarung übrigens schon mal und man trennte sich nach ziemlich ereignislosen 90 Minuten mit einem 1:1. Immerhin zwei Tore, denn die vier Turniere von 1966 bis 1978 begannen allesamt mit einem trostlosen 0:0 in den Auftaktmatches, bis 1982 der belgische Stürmer Erwin Vandenbergh mit seinem Siegtreffer gegen Argentinien 99.000 Tribünengäste im Camp Nou verzückte und so diese unselige Serie beendete. Auf 99.000 wird man am 11. Juni nicht kommen, denn das Aztekenstadion ist für die WM mit lediglich 83.000 Plätzen ausgewiesen, obwohl es nach diversen Umbauten noch immer zu den größten Stadien der Welt zählt und in einer entsprechenden Liste auf Platz 20 rangiert.
Dafür hat man in Indien und Nordkorea nur ein müdes Lächeln übrig, denn auf den Tribünen des „Narendra Modi Stadium“ in Ahmedabad finden 132.000 Menschen Platz, die dort nicht dem Fußball, sondern dem Nationalsport Cricket frönen und das „Rungrado May Day Stadium“ auf der Insel Rungna vor Pjöngjang bietet Platz für fast 115.000. Fußball wird dort aber nur sporadisch gespielt; vielmehr dient die Monsterarena als Bühne für Massengymnastik und sonstige farbenfrohe Veranstaltungen der Regierung, während das Nationalteam es bevorzugt, im kleineren Kim-Il-Sung Stadion gegen den Ball zu treten. Aber das lässt sich ändern und Infantino denkt sicher längst daran, das Turnier 2038 im Handstreich nach Nordkorea zu vergeben. Seiner Logik folgend wäre das nur konsequent, es sei denn, Herr Trump beschließt nach dem Finale 2026 per Dekret, dass die WM künftig immerdar in den USA stattzufinden hat. Wäre für Infantino sicher auch ein great deal, schließlich kann man gut miteinander.
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